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Eine Reduzierung des „Schilderwaldes" verbessert die subjektive Wahrnehmung von Gefahrenhinweisen (Quelle: J. Schäfer)
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Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung

War der tödliche Unfall in einer Mittelspannungsanlage vermeidbar?

05.08.2019

Wenn ein qualifizierter Sicherheitsbeauftragter, der zudem jeden Tag engagiert „Sicherheit lebt“, über ausreichende Praxiserfahrungen verfügt und ständig Schulungen besucht, aber dennoch aus Unachtsamkeit tödlich verunglückt – so wirft das viele Fragen auf. Mit der Analyse des tragischen Störlichtbogenunfalls soll versucht werden, Antworten auf diese Fragen geben.

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  • rot – die Erdung ist offen
  • grün – die Anlage ist geerdet.

Bezogen auf die menschliche Wahrnehmung ist oft schon bei der Beschilderung von elektrotechnischen Anlagen und Schaltzuständen festzustellen, dass hier die Menge der Schilder, aber auch die farbliche Gestaltung nicht optimal sind.

 Es gibt unzählige Warnschilder (Bild 4a), die es der subjektiven Wahrnehmung äußerst erschweren, die Gefahrenhinweise zu Schaltzuständen von anderen Hinweisen leicht zu unterscheiden. Daher wäre es sehr sinnvoll, nicht nur den „Schilderwald“ zu reduzieren (Bild 4b), sondern auch den gefährlichen Zustand unter Spannung stehender Teile stets mit rot leuchtenden Farbschildern zu kennzeichnen. Signalrot ist als Warnfarbe bei Gefahren schon aus der Tradition und in sehr vielen Lebensbereichen bekannt – als Ergebnis eines sozialen Lernprozesses.

Ankertechniken. Eine sehr bedeutende Rolle spielte bei all den möglichen Lösungsvorschlägen die Nutzung von Ankertechniken. Den einfachsten Vorschlag kennt jeder – den Knoten im Taschentuch.

Solche Ankertechniken sind geeignet, Tätigkeitsabläufe bewusster zu machen. In zahlreichen Betrieben und Einrichtungen wird so etwas genutzt, damit beispielsweise nicht vergessen wird, den Handlauf bei einer Treppe zu benutzen. Das Anbringen von roten isolierten Balken in unter Spannung stehenden Zellen als eine mögliche Variante (Bild 5a, b), die nochmalige sichtbare Warnung bewusst zu machen, ist sicher nicht unumstritten.

Beleuchtung. In den Schaltanlagen wird sehr häufig mit der Beleuchtungsstärke sehr sparsam umgegangen, obwohl genügend Energie vorhanden ist. Ungenügende Beleuchtung kann sich besonders auf längere Zeit ungünstig auf das Unfallgeschehen und die Arbeitsergebnisse auswirken. Die Universität Ilmenau hatte den Zusammenhang von Beleuchtungsstärke und Unfallhäufigkeit bereits vor Jahren untersucht (Bild 6). Auch der REFA (Verband für Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung) stellte in einer 3-Jahres-Studie einen Zusammenhang fest.

Risiken. Bei der Betrachtung dieser beiden Studien ist doch zwangsläufig die Frage erlaubt, ob bei einer Gefährdungsbeurteilung dieser Aspekt in elektrotechnischen Anlagen genügend berücksichtigt wird (Bild 7). Bild 7 zeigt die Wechselwirkung der Risikokompensation.

Verantwortung der Unternehmer

Die große Herausforderung an Führungskräfte besteht nun darin, auch bei den Mitarbeitern, die über viele Jahre gleiche und ähnliche Handlungsabläufe zu bewältigen haben, das Sicherheitsbewusstsein hoch zu halten.

Dazu dienen immer wieder Schulungen. Andererseits müssen „ritualisierte“ Handlungsabläufe her, die kein Abweichen möglich machen. Der Volksmund sagt dazu: „Das muss in Fleisch und Blut übergehen“.

Einen dieser gedanklichen Abläufe, der sozusagen als kostenlose Lebensversicherung für den Elektrotechniker angesehen werden kann, zeigt Bild 8. Die Notwendigkeit für den „ersten Blick vor dem Öffnen der Tür“ und die Erkenntnis, dass dieser Blick nur richtig sein kann, wird sicher niemand anzweifeln. Das konsequente Einhalten ist sicher ein anderes Thema. Deshalb müssen Führungskräfte immer wieder und wenn nötig, sogar täglich die Mitarbeiter damit konfrontieren. Aber auch der Anlagenverantwortliche muss das thematisieren.

Organisatorische Abläufe

Einen sehr großen Raum nahm die Betrachtung der organisatorischen Arbeitsabläufe ein. Hierzu wurden wichtige Ergebnisse und Handlungsempfehlungen herausgearbeitet:


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