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Eine Reduzierung des „Schilderwaldes" verbessert die subjektive Wahrnehmung von Gefahrenhinweisen (Quelle: J. Schäfer)
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Aus dem Facharchiv: Arbeitsschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsführung

War der tödliche Unfall in einer Mittelspannungsanlage vermeidbar?

05.08.2019

Wenn ein qualifizierter Sicherheitsbeauftragter, der zudem jeden Tag engagiert „Sicherheit lebt“, über ausreichende Praxiserfahrungen verfügt und ständig Schulungen besucht, aber dennoch aus Unachtsamkeit tödlich verunglückt – so wirft das viele Fragen auf. Mit der Analyse des tragischen Störlichtbogenunfalls soll versucht werden, Antworten auf diese Fragen geben.

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Zum Sachverhalt

Bei der Erneuerung einer umfangreichen 10-kV-Schaltanlage sollten durch eine Fremdfirma Kabel in den einzelnen Zellen eingebunden werden. Die Fremdfirma war am Unglückstag damit beschäftigt, nach Abschluss der eigentlichen Kabelarbeiten in zwei offenstehenden, spannungslosen und geerdeten Zellen Kabelschellen anzubringen. Bereits unter Spannung stehende Zellen waren geschlossen und ordnungsgemäß beschildert (Bild 2).

Es gab einen Anlagenverantwortlichen und einen Arbeitsverantwortlichen (Verunglückter). Durch den Anlagenverantwortlichen waren die offenen spannungsfreien Zellen ordnungsgemäß freigegeben worden (Bild 2). Nach der Fertigstellung der Kabelarbeiten sollten die Kabel durch einen Kabelmesstechniker mit Prüfspannung geprüft werden. Für diese Arbeiten übernahm der Messtechniker sowohl die Anlagen- als auch die Arbeitsverantwortung. Er hatte dazu bereits in einem Feld ein mobiles Prüfgerät angeklemmt und das Messkabel des Kabelprüfwagens vor die Schaltfelder gelegt.

Plötzlich erhielt der Arbeitsverantwortliche einen Anruf. Daraufhin verließ er die Station und ging in den Außenbereich.

Als er zurückkam öffnete er aus völlig unerklärlichen Gründen die links davor liegende, unter Spannung stehende und entsprechend gekennzeichnete Zelle.

Es kam zu einem Störlichtbogen, an dessen Folgen der Arbeitsverantwortliche zwei Wochen nach dem Unfallereignis starb.

Unfallanalyse 
und Methoden

Es ist ein furchtbarer Unfall passiert. Zunächst stellt sich die Frage: Was ist schief gelaufen? Nach dem TOP-Modell (Technische, Organisatorische, Personenbezogene Maßnahmen) betrachtet, erscheint zunächst kein Mangelzustand. Tatsache ist, dass weder bei „T“ noch bei „O“ Mangelzustände erkennbar sind. Nach Gesetzeslage und allen bestehenden Vorschriften sind in der Tat keinen Fehler festzustellen.

Bleibt „P“ in der Ursachenbetrachtung übrig. Aber auch hier hat das Unternehmen vorbildliche Präventionsmaßnahmen getroffen:

  • regelmäßige Schulungen
  • Unterweisungen und sogar
  • die Bestellung zum Sicherheitsbeauftragten mit den damit verbundenen Schulungen.

Unberechenbarer Faktor Mensch


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