40. Todestag von Wernher von Braun
Raketen für Hitler und Kennedy
„Dieselben Naturkräfte, die uns ermöglichen, zu den Sternen zu fliegen, versetzen uns auch in die Lage, unseren Stern zu vernichten.“ Wernher von Braun
Am 11. April 1945 besetzten die US-Amerikaner die Produktionsstätte Bleicherode, konfiszierten 100 A4-Raketen und verschifften sie in die USA. Dort bildeten sie die Grundlage des US-amerikanischen Raketenprogramms.
Am 2. Mai 1945 stellte sich von Braun mit einem Team aus Wissenschaftlern den US-Streitkräften. Im Sommer 1945 half er den US-Truppen beim Abtransport von Akten und Raketenteilen, damit sie nicht den sowjetischen Truppen in die Hände fielen. Im September 1945 flog er als Teil der geheimen Operation Paperclip in die USA. Fort Bliss in Texas wurde zu seiner neuen Heimat, wo er und weitere Wissenschaftler unter Aufsicht der US Armee standen.
Die Brüder Magnus und Wernher unterrichteten die US-Amerikaner in der Funktionsweise der V2. 1946 begannen erste V2-Tests in White Sands. Mit Beginn des Korea-Kriegs stockte die US-Regierung die Finanzen des militärischen Bereichs auf, dem das Raketenforschungsprogramm unterstand.
1950 zog von Braun, der inzwischen seine Cousine Maria von Quistorp ehelichte und mit ihr eine Tochter bekam, mit seiner Familie nach Huntsville. Dort begann die Entwicklung der Rakete Redstone, die auf der V2 basierte, jedoch größer und leistungsstärker war. 1953 fand der erste Testflug statt.
Sputnik-Schock für USA
Von Braun plante, mit einer Redstone einen Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Dazu wollte er an der Redstone mehrere Loki-Feststoffraketen zu drei Stufen gebündelt starten. Die Loki gingen auf die deutschen Taifun-Abwehrraketen zurück. Die frühen Pläne, eine Redstone in den Orbit zu schicken, scheiterten am Widerstand der US-Marine, die ein eigenes Raketenkonzept vorlegte.
1955 bürgerte die USA Wernher von Braun ein. Im selben Jahr wurde mit der Jupiter die Nachfolgerakete für die Redstone beschlossen. Dafür war die neu geschaffene Army Ballistic Missile Agency verantwortlich, für die auch von Braun forschen und entwickeln sollte.
Neben seiner Arbeit für das Militär warb von Braun für das Raumfahrtprogramm. Durch eine Serie von Artikeln über die Möglichkeit der bemannten Raumfahrt gelangte er in den USA zu großer Bekanntheit.
1957 startete die Sowjetunion mit dem Sputnik den ersten erfolgreichen Satelliten, der die Erdumlaufbahn erreichte. Mitten im Kalten Krieg offenbarte sich plötzlich die sowjetische Überlegenheit in der Raketentechnik. Daraufhin wurden in den USA die Raumfahrtausgaben abermals aufgestockt. Ein Jahr später brachten die USA mit der Jupiter-C-Explorer 1 die erste Rakete ins All.
Mit aller Macht zum Mond
Als Antwort auf den sowjetischen Paukenschlag wurde 1958 in den USA die zivile Luft- und Raumfahrtbehörde NASA gegründet. Das Mercury-Programm, das erstmals einen Flug eines Astronauten in den Weltraum möglich machen sollte, trieb man energisch voran.
1960 wurde von Braun Direktor des Marshall Space Flight Centers in Alabama. Das Mercury-Raumschiff war noch in der Testphase, da landete die Sowjetunion 1961 mit Wostok 1 und Juri Gagarin den nächsten Coup. Der Kosmonaut umrundete in der Rakete Wostok 1 als erster Mensch die Erde. Erst drei Wochen später folgte Alan Shepard mit einem suborbitalen Flug in einer Redstone.
Am 25. Mai 1961 verkündete Präsident John F. Kennedy das ehrgeizige Ziel, noch im selben Jahrzehnt einen US-Astronaut zum Mond fliegen zu lassen. 1969 sollten sich mit der Mondlandung nicht nur das Ziel Kennedys, sondern auch Wernher von Brauns größter Traum erfüllen. Neil Armstrong und Edwin Aldrin betraten während der Apollo-11-Mission am 21. Juli 1969 als erste Menschen den Mond.

