190. Todestag von Alessandro Graf von Volta
Von der Voltaschen Säule zur Batterie
Eine Anekdote erzählt, dass der leidenschaftliche Kaffeetrinker Alessandro Graf von Volta seinen Kaffee ohne Zucker trank. „Warum?“, fragte ihn ein Freund. Volta erwiderte: „So passt mehr Kaffee in die Tasse!“
Physik statt Jura
Alessandro Giuseppe Antonio Anastasio Graf von Volta wurde am 18. Februar 1745 im italienischen Como als Sohn wohlhabender Eltern geboren. Von seinen acht Geschwistern entschieden sich fünf für das Amt des Priesters. Seine Eltern hatten für Alessandro eine Juristenlaufbahn vorgesehen. Er hingegen interessierte sich für Physik.
Im Selbststudium beschäftigte sich Volta mit der Elektrizität. Er studierte u. a. die Bücher des Naturwissenschaftlers Pieter van Musschenbroek und der Physiker Jean-Antoine Nollet und Giambatista Beccaria. Er pflegte Kontakte zu führenden Gelehrten seiner Zeit und überflügelte diese bald mit seinem Wissen.
Elektrophor und Methan
Der Turiner Professor für Physik, Giambatista Beccaria, riet Alessandro Volta, sich auf die experimentelle Arbeit zu konzentrieren.
Ab 1774 arbeitet Volta zunächst als Physiklehrer am Gymnasium in Como. Ein Jahr später wurde er zum Professor für Experimentalphysik berufen.
1775 erfand Volta den Elektrophor: Eine Metallplatte mit isoliertem Griff, die in der Lage ist, die von einem negativ geladenen Gegenstand an der Plattenunterseite erzeugte positive Ladung zu speichern.
Der Elektrophor, eine Form der historischen Influenzmaschine, besaß zwar keinen praktischen Nutzen, diente jedoch der Grundlagenforschung der Elektrizität. Durch die Erfindung des Elektrophor wuchs sein Bekanntheitsgrad in ganz Europa.
Im Jahr 1776 entdeckte Volta am Lago Maggiore die aus den Sümpfen aufsteigenden Gasblasen aus Methan und experimentierte fortan mit brennbarem Gas. Er entwickelte eine nach ihm benannte Pistole – eine Flasche, in der ein elektrischer Funke eine Verbrennung auslöst, quasi ein Gasfeuerzeug. Alessandro Volta konstruierte damit dauerhaft brennende Lampen. Seine Volta-Pistole nutzte er als Messgerät für den Sauerstoffgehalt von Gasen.
Mit dem von ihm erfundenen Elektroskop führte er 1783 Messungen kleinster Elektrizitätsmengen durch. Volta quantifizierte sie unter Einführung eigener Spannungseinheiten und beschrieb das Verhältnis von aufgebrachter Ladung und Spannung im Kondensator.
Animalistische Elektrizität
Der angesehene Anatom Luigi Galvani experimentiere zur gleichen Zeit mit Fröschen und untersuchte die animalistische Elektrizität. 1792 erfuhr Volta davon und erkannte, dass die Muskelzuckungen auf äußere Spannungen (z. B. durch Kontaktelektrizität) zurückzuführen sind. Ein Streit um Galvanismus, der die Wissenschaftler ganz Europas in zwei Lager spaltete, entbrannte.

