281. Geburtstag von James Watt
"Wie heißt der Erfinder der Dampfmaschine?" "Wat?"
Kalauer mit dem Namen Watt sind in Deutschland sehr beliebt: "Ihr da Ohm macht doch Watt ihr Volt". Der Erfinder der modernen Dampfmaschine ist bis heute populär – auch bei jenen, die kaum ahnen, dass ihr Auto ohne eine andere Erfindung von Watt nicht lenken würde.
Shakespeare und Walt Disney
Die Verballhornung von Shakespeares Stück "Was ihr wollt" zu "Watt ihr Volt" ist zwar sinnfrei, hat aber einen großen Vorteil: James Watt bleibt Teil des kollektiven Gedächtnisses. Mit Rudolf Hertz oder Karl Ferdinand Braun wüssten nicht so viele Menschen etwas anzufangen.
Selbst Disney nutzte die Berühmtheit von James Watt. In einem Comic wird Goofy, der treue Begleiter von Micky Maus, von einem Radiosender angerufen. Der Moderator verspricht Goofy 100 Taler, wenn er eine Frage beantwortet: "Wie heißt der Erfinder der Dampfmaschine?"
Goofy kapiert nicht, worum es geht, und fragt verständnislos: "What?" (in der deutschen Ausgabe: "Wat"?) Der Moderator versteht "Watt" – Antwort korrekt, 100 Taler gewonnen.
Kindheit und Ausbildung
James Watt ist nicht nur einer der bekanntesten Erfinder seiner Zeit, er hat auch einen wesentlichen Anteil an der industriellen Revolution. Am 30. Januar 1736 wurde der Schotte in Greenock bei Glasgow als Sohn armer, aber sehr gebildeter Eltern geboren. Er interessierte sich für Mathematik und technische Dinge. Er experimentierte viel in der Werkstatt seines Vaters und begann in London eine inoffizielle Lehre als Mechaniker. Ohne Abschluss blieb ihm nur eine Stelle als Instrumentenmacher (1757-1766) an der Universität Glasgow, wo sich sein Labor rasch zum Treffpunkt für Dozenten und Studenten entwickelte.
Wissenschaftliche Leistungen
1764 erhielt Watt als Universitätsmechaniker den Auftrag,
ein Modell der nur schlecht funktionierenden atmosphärischen Dampfmaschine nach Bauart von Thomas Newcomen zu reparieren. Er erkannte schnell, dass das Problem am ungünstigen Wärmehaushalt der Grundkonstruktion lag.
Watt baute die Dampfmaschine so um, dass der Wasserdampf außerhalb des Arbeitszylinders in einem Kondensator abgekühlt wurde. Anstelle des atmosphärischen Drucks benutzte er Dampf, um Druckkraft auf die Zylinderkolben auszuüben. Der Dampf wirkte abwechselnd auf beiden Seiten des Kolbens, was zu einem wesentlich gleichmäßigeren Lauf der Maschine führte. Für diese scheinbar kleine Änderung musste u. a. das kraftübertragende Gestänge vollkommen neu konstruiert werden.
Hierfür erfand er das Watt-Parallelogramm, das in Verbindung mit dem Wattgestänge als Koppelgetriebe noch heute die Grundlage in jedem modernen Kraftwagen in Form der Achsschenkellenkung bildet. 1776 kam der erste Watt’sche Apparat in der Wilkinson-Eisenhütte als Gebläseantrieb zum Einsatz. 1788 erhielt Watt ein Patent auf eine rotierende Maschine. 1788 erfand er den Zentrifugalregulator. Er selbst sah sein Parallelogramm als seine größte Erfindung an.

