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Energiewende: Streit um Kosten

Finanzielles Desaster oder Gewinn für die Allgemeinheit

22.06.2017

Die Energiewende wird für die Endverbraucher zur scheinbar endlos steigenden Belastung. Selbst das Wirtschaftsministerium hat den Überblick über die Kosten verloren – keine guten Aussichten für die Stromzahler.

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Die Streichungen im sozialen Bereich werden von der Regierung nicht rückgängig gemacht. Es gilt in der Koalition noch immer die Vorgabe von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), die schwarze Null zu verteidigen.

Flexible Marktpreise, intelligente Netzsteuerung

ÖkostromDas Gemeinschaftswerk Energiewende, zu dem jeder Bürger und jedes Unternehmen seinen Beitrag leisten sollte, ist in erster Linie ein Konstrukt des Gesetzgebers. Das Projekt scheint sich in den Netzen der Lobbyisten verheddert zu haben. Dabei gäbe es durchaus Ansätze, die vor allem die Endverbraucher und die Umwelt entlasten würden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien muss an bestimmten Tagen vom unkalkulierbaren zum kalkulierbaren Risiko für die Strompreise werden. Scheint die Sonne über einen längeren Zeitraum oder weht der Wind zu kräftig, produzieren die Solar- und Windkraftanlagen mehr Strom, als verbraucht werden kann.

Diesen Überschuss könnte der Endverbraucher gezielt nutzen, indem er leistungsstarke Geräte wie z. B. Waschmachine oder Trockner laufen lässt, um die Netze zu entlasten. Bei nahezu starren Strompreisen hat der Endverbraucher jedoch nichts davon. Würde der Markt auf äußere Bedingungen mit flexiblen Preisen reagieren, könnte sich der Verbraucher darauf einstellen.

Gleiches gilt für den individuellen Stromverbrauch. Hier könnte der Verbraucher die Verantwortung übernehmen und selbst entscheiden, ob er beispielsweise während eines Urlaubs auf die Stromlieferung in seinen Haushalt verzichtet, wenn sich dadurch die Preise senken würden. Flexible Preise könnten den Verbraucher dazu anhalten, mehr Strom zu verbrauchen, wenn Überschuss vorhanden ist oder bei Engpässen Strom zu sparen.

Bei einer Digitalisierung des Stromnetzes würden erneuerbare Energien dorthin verteilt, wo sie gebraucht würden – unabhängig von den Witterungsbedingungen. Ein Modellprojekt in Belgien hat gezeigt, dass 50 Prozent mehr erneuerbare Energien in den Netzen untergebracht werden können, wenn man diese intelligent steuert. Das würde gleichzeitig etwa zehn Prozent Kupfer beim Netzausbau sparen.

Die Politik muss zukünftig nicht nur in EEG-Anlagen investieren, sondern dafür sorgen, dass der überschüssige Strom gespeichert und individuell verteilt werden kann. Es müssen neue Technologien entwickelt und vorhandene ausgebaut werden. So würde man langfristig mehr auf grünen Strom setzen, Kosten senken und den Ausstieg aus der Atomenergie vorantreiben können.


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Autor
Name: Antje Schubert