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Energieeffizienz: Tipps und Mythen
Energiefresser im Haushalt

Bei steigenden Energiepreisen wird das Stromsparen immer wichtiger. Welche Tipps sind hilfreich, was sind Mythen oder Halbwahrheiten – und wie lässt sich die Umwelt schonen?

Röhrenfernseher

Röhrenfernseher - günstiger im Verbrauch als moderne Geräte

Tipps, Tricks und Mythen rund um das Thema Energiesparen

Licht ein- und ausschalten kostet mehr, als das Licht brennen zu lassen: Mythos oder Wahrheit?

Eine klassische Glühlampe verbraucht beim Einschalten für einen sehr kurzen Moment bis zu sieben Mal mehr Strom als im Dauerbetrieb. Der Zeitraum ist mit etwa einer Sekunde allerdings so kurz, dass dieser Effekt keine Rolle spielt.

Leuchtstoffröhren mit klassischen Startern benötigen beim Einschaltvorgang deutlich mehr Zeit und Strom. Hier spricht man von etwa 30 Sekunden, bis der Effekt vorüber ist.

Bei modernen LED-Lampen zeigt sich so gut wie kein erhöhter Stromverbrauch beim Einschalten.

Fazit: Auch wenn man nur für ein paar Minuten den Raum verlässt, spart man Strom, wenn man das Licht ausschaltet.

Geschirr mit der Hand spülen oder mit dem Geschirrspüler?

Wer sein Geschirr mit der Hand spült, verbraucht warmes Wasser, das erhitzt werden muss. Ohne ausgeklügeltes System zum energieschonenden Aufheizen ist es effizienter, das Geschirr in der Geschirrspülmaschine zu reinigen – vorausgesetzt, die Maschine ist mit Geschirr voll ausgelastet.

Außerdem sind moderne Geschirrspülmaschinen inzwischen mit energiesparender Technik ausgestattet und den entsprechenden Energieeffizienzklassen gekennzeichnet.

Fazit: Mit der richtigen Spülmaschine und Menge an Geschirr schont man Portemonnaie und Umwelt.

Sollte man Wasser mit dem Wasserkocher zum Kochen vorheizen?

Wasserkocher besitzen meist eine sehr hohe Heizleistung und verbrauchen mehr Strom als eine Herdplatte. Dennoch kann es kostengünstiger sein, Wasser erst zum Kochen zu bringen und dann in den Kochtopf zu gießen, denn im Wasserkocher lässt sich Wasser wesentlich schneller erhitzen. Dies gilt jedoch nicht für Haushalte, in denen noch mit Gas gekocht wird.

Mit Eierkochern lässt sich auf diese Weise ebenfalls Strom sparen.

Fazit: Wasser im Wasserkocher erhitzen spart Strom.

Voller Kühlschrank, hoher Stromverbrauch?

Je mehr Lebensmittel im Kühlschrank stehen, umso höher muss die Kühlleistung sein – diese Vermutung hält sich hartnäckig. Das ist nicht falsch, doch entscheidender ist das Öffnen der Kühlschranktür. Mit jedem Öffnen gelangt warme Luft in den Kühlschrank, die nun ebenfalls gekühlt werden muss.

Wenn der Kühlschrank mit Lebensmitteln dicht gepackt ist, kann sich weniger warme Luft ausbreiten, die aufwändig gekühlt werden muss. Der Effekt ist also genau umgekehrt.

Das Gefrierfach eines Kühlschranks sollte man außerdem regelmäßig abtauen, denn das Eis hat eine isolierende Wirkung. Entsprechend mehr Kühlleistung muss der Kühlschrank aufbringen, um die Lebensmittel bis zum Gefrierpunkt zu kühlen.

Fazit: Ein voller Kühlschrank verbraucht weniger Strom.

Wäscheleine oder Wäschetrockner?

Hier ist die Antwort relativ einfach, denn Wäsche, die an der Luft auf der Leine trocknet, ist in jedem Fall günstiger und umweltschonender als Wäsche aus dem Wäschetrockner.

Es gilt jedoch zu beachten, dass sich dieser Effekt aufhebt, wenn man im Winter das Fenster über Stunden zum Trocknen ankippt und/oder die Heizung zusätzlich aufdreht, um die Wäsche zu trocknen.

Fazit: Die Wäscheleine schlägt den Wäschetrockner.

Sollte man die Heizung runterdrehen, wenn man die Wohnung oder das Haus verlässt?

Es lassen sich bis zu 10 Prozent Heizkosten sparen, wenn man die Temperatur von beispielsweise 20 auf 16 Grad im Raum reduziert, wenn man das Haus oder die Wohnung tagsüber verlässt.

Um die Heizkosten weiter zu senken, ist es sinnvoll, wenn man das Haus oder die Wohnung in Zonen einteilt, die beheizt bzw. weniger beheizt werden – vor allem, wenn das Haus schlecht gedämmt ist. Außerdem sollten die Türen zu weniger bis gar nicht beheizten Räumen geschlossen bleiben.

Zusätzlich gilt beim Heizen, dass regelmäßiges Stoßlüften von etwa zehn Minuten die Energiebilanz verbessert und gleichzeitig die Schimmelbildung verhindert.

Fazit: Heizen runterdrehen beim Verlassen des Hauses bzw. der Wohnung spart Kosten.

Verbraucht der Standby-Modus viel Strom?

Viele moderne Haushaltsgeräte besitzen einen Standby-Modus, der gern genutzt wird – ist es doch bequemer, das Gerät mit der Fernbedienung auszuschalten, als vom Sofa aufzustehen.

Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass Geräte im Standby-Modus mehr Strom verbrauchen. Pro Jahr erhöht sich die Rechnung der Stromkunden um durchschnittlich 115,00 Euro, ohne das die Geräte benutzt werden.

Schaltbare Steckerleisten sind eine einfache Methode, um Haushaltselektronik abzuschalten, ohne dass man dabei jedes Gerät einzeln bedienen muss.

Fazit: Der Standby-Modus verbraucht viel Strom. Selbst die modernen Geräte mit einem energiesparenden Standby-Modus sind davon nicht ausgeschlossen. Elektronikfachmärkte bieten jedoch Produkte, um alle Geräte bei Nichtbenutzung einfach und schnell abzuschalten.

Benötigen moderne TV-Geräte weniger Strom als alte Röhrenfernseher?

Angesichts alter Modelle mit relativ kleinem Bildschirm und voluminöser Technik kann man tatsächlich denken, dass dem so ist. Doch die modernen Flat-Screens verbrauchen dreimal mehr Strom als die Röhrenfernseher.

Die verschiedenen Modelle moderner Geräte sind dabei ganz unterschiedlich in ihrer Energieverschwendung. Grundsätzlich gilt: Je größer der Bildschirm, desto mehr Strom lässt sich sparen. Bei Flat-TVs mit einer Bildschirmdiagonalen von 55 Zoll reicht die Spanne im Verbrauch beispielsweise von 64 Watt bis hin zu 236 Watt. Bei der Kaufentscheidung sollte man sich die Werte also ganz genau anschauen und vergleichen.

Fazit: Flat-Screens verbrauchen mehr Strom als Röhrenfernseher

Gaming-PCs verbrauchen viel Strom?

Rechenstarke PCs mit entsprechender Grafikkarte können sehr hohe Stromrechnungen verursachen. Die Leistung wird jedoch nur abgerufen, wenn man sie benötigt. Wichtig dabei ist, dass der PC fürs Gaming richtig konfiguriert sein muss.

Im Desktop-Betrieb werden CPU und Grafikkarte auf ein Minimum reduziert. Dennoch verbraucht ein leistungsstarker Desktop-PC mehr Strom als ein schwächerer Computer.

Fazit: Leistungsstarke PCs verbrauchen mehr Strom, lassen sich aber so konfigurieren, dass der Energiesparmodus verwendet wird.

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