Energiewende
Windkraft – ungeliebt, aber unentbehrlich
Obwohl Windkraft zu den tragenden Säulen der Energiewende gehört, stoßen Windräder auf eine breite Ablehnung in der Bevölkerung.
Windanlagen werden dann nicht gebaut. Die Projekte müssen für das Gemeinwohl sein. Vor allem in ländlichen Regionen hat die Bevölkerung die Chancen erneuerbarer Energien erkannt und treibt den Ausbau voran. Es sind neue Arbeitsplätze entstanden, die Steuereinnahmen und die Wertschöpfung vor Ort sind gestiegen.
Genügt das, um die Windpark-Gegner zufriedenzustellen? Fakt ist: Ohne Windkraft kann die Transformation des deutschen Energiesystems nicht gelingen. In Deutschland hat sich der Ausbau der Windenergie weiter beschleunigt und erreichte 2017 ein neues Rekordhoch. Beinahe 1.800 neue Windräder mit über 5300 Megawatt Leistung gingen vergangenes Jahr ans Netz, teilte der Bundesverband Windenergie (BWE) im Januar 2018 mit.
Allerdings wurden auch fast 400 alte Anlagen abgerissen. Alles zusammengerechnet, gab es 2017 1.400 mehr Windräder. Insgesamt sind es nun über 28.000 Anlagen. Auf hoher See nahm man zudem über 220 Anlagen mit 1250 Megawatt Leistung in Betrieb.
Windenergie überholt Atomenergie und Steinkohle
Immer deutlicher wirkt sich der rasante Ausbau der Windkraft auf den deutschen Energiemix aus. Im vergangenen Jahr stieg die Windenergie zur zweitwichtigsten Stromquelle hinter der Braunkohle auf, ließ das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme verlauten. Erstmals überholte sie damit Steinkohle und Kernenergie, die nun auf den Plätzen drei und vier rangieren.
Der Vorsprung beim Wind sei laut Bruno Burger, Fraunhofer-Professor, so groß, dass er nicht mehr eingeholt werden könne. Die Rotoren an Land und auf See hätten bis zum 18. Dezember 2017 97 Terawattstunden Strom erzeugt. Steinkohle kam auf 81 Terawattstunden, Kernenergie auf 69. Vorn lag den Daten zufolge weiterhin die Braunkohle mit etwa 130 Terawattstunden.
Für das Vorankommen der Transformation des Energiesystems braucht es einen Masterplan, der auch die Einwände der vielen Bürgerinitiativen berücksichtigt. Experten zufolge kann die Energiewende als Experiment angesehen werden. Laufen Entwicklungen in die falsche Richtung, müsse man, wenn erforderlich, umsteuern und Entscheidungen revidieren. Die Bundesbürger stimmen der Energiewende im Grundsatz mit großer Mehrheit zu und das sollte den Entscheidern das nötige Vertrauen dafür geben.

