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150. Todestag von Michael Faraday

Vom Luftballon zu physikalischen Gesetzen

23.08.2017

„Ich weiß nicht, für was das einmal gut sein wird. Aber ich weiß, dass Sie Steuern darauf nehmen werden.“ – Ein Zitat von Faraday, das noch heute Gültigkeit besitzt.

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Faraday prägte Begriffe wie Elektrolyt, Elektrode, Ionen, Anionen oder Kationen.

Der Naturforscher Faraday

Auf dem Gebiet der Chemie konnte sich Faraday ebenso Anerkennung verschaffen. Ihm gelang unter anderem die Verflüssigung des von seinem Mentor Davy entdeckten Chlorhydrats zu Chlor. 1844 konnte er außerdem die Stoffe Ammoniak, Kohlenstoffdioxid, Schwefeldioxid, Distickstoffmonoxid, Chlorwasserstoff, Schwefelwasserstoff, Dicyan und Ethen verflüssigen.

Er erkannte als erster eine kritische Temperatur, oberhalb derer sich Gase, unabhängig vom ausgeübten Druck, nicht mehr verflüssigten. Er wies nach, dass die bekannten Aggregatzustände fest, flüssig und gasförmig ineinander überführbar waren. Sie bildeten keine festen Kategorien.

Die Entdeckung des aromatisch riechenden Benzols ist auf Faradays Experimente mit flüssigen Leuchtgasrückständen in Kannen zurückzuführen.

Keine Entlassung in den Lebensabend am Royal Institut

Im September 1858 bezog Faraday mit seiner Familie ein herrschaftliches Haus in Hampton Court Green, das Königin Victoria gehörte. Prinz Albert hatte den Umzug in die unmittelbare Nähe des Hampton Court Palace vermittelt. Mit 70 Jahren bat er um Entlassung aus dem Dienst des königlichen Instituts. Das lehnte sein Ersuchen allerdings ab und erließ ihm lediglich die Vorlesungen für Weihnachten.

1861 begann Michael Faraday seine letzte Versuchsreihe. Er untersuchte die Auswirkungen auf das Lichtspektrum einer Flamme. In seinem Labortagebuch machte er am 12. März 1862 einen letzten Eintrag. Die Versuche blieben aufgrund der nicht ausreichend empfindlichen Messanordnung erfolglos.

Etwa drei Monate später, am 20. Juni 1862, hielt Faraday seine letzte Vorlesung vor 800 Zuhörern. Mit einem Referat über Gasöfen beendete er seine fast vier Jahrzehnte andauernde Tätigkeit an der Royal Institution. Vier Jahre nach seinem Gesuch, ihn aus dem Dienst der Institution zu entlassen, entband man ihn im Jahr 1865 von all seinen Verpflichtungen.

Zwei Jahre später, am 27. August 1867, verstarb Michael Faraday in seinem Haus in Hampton Court und wurde fünf Tage später auf dem Highgate Cemetary beerdigt.

Würdigungen und Nachlass

Insgesamt 95 Ehrentitel und Auszeichnungen soll Michael Faraday laut seinem Biografen Henry Bence Jones erhalten haben. Mit nur 31 Jahren verlieh man ihm die Ehrenmitgliedschaft in der Gelehrtengesellschaft der Cambridge Philosophical Society. 1832 folgte die Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences, und 1835 wurde er in die Göttinger Akademie der Wissenschaften gewählt.


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Autor
Name: Antje Schubert