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(1) Akuter Instandhaltungsbedarf – umgeknickter Strommast östlich von Vreden (NRW) (Quelle: Phr33k, gemeinfrei)
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Aus dem Facharchiv: Lernen & Können

Typische Fehler in der Elektroinstallation – Instandhaltung

10.04.2019

Viele Schäden in Industrie- und Gewerbebetrieben haben ihre Ursache in mangelhafter oder vernachlässigter Instandhaltung. Damit verbunden sind nicht nur wirtschaftliche Nachteile, z. B. durch Produktionsausfall, sondern vor allem auch das Risiko für Unfälle und Personenschäden. Angelehnt an das Web-Lernmodul „Instandhaltung“ [1] des GDV werden entsprechende Schutzmaßnahmen im Folgenden näher erläutert.

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Bei der ereignisorientierten Instandhaltung wird der Ist-Zustand nicht systematisch durch Inspektionen erfasst. Wartungen und Instandsetzungen werden nach Eintritt von Fehlfunktion bzw. anderen Ereignishäufungen oder bei Ausfall durchgeführt. Diese Instandhaltungsart kommt bei wartungsarmen und nahezu wartungsfreien Betriebsmitteln mit hoher Zuverlässigkeit zum Einsatz. Voraussetzung ist, dass Auswirkungen in Folge der Fehlfunktion begrenzt sind und entsprechende Instandhaltungsmaßnahmen in der Regel sofort nach Funktionseinschränkung des Betriebsmittels eingeleitet werden. Die benötigten Materialien und Personalkapazitäten können dafür bereits vorgehalten und deren Einsatz in einem Organisationsplan im Vorfeld festgelegt werden.

Vorbeugende Instandhaltung

Die vorbeugende Instandhaltung verfolgt das Ziel, rechtzeitig an elektrischen Anlagen Instandhaltungsmaßnahmen einzuleiten, bevor der Abnutzungsvorrat aufgebraucht ist bzw. Fehlfunktionen auftreten. Nach Ablauf des Instandhaltungszyklus werden unabhängig vom Zustand des Betriebsmittels Verschleißteile ausgetauscht. Dabei werden die Instandhaltungsmaßnahmen nach einem vorgegebenen Instandhaltungsplan durchgeführt. Dies erfolgt nach regelmäßigen Zeitintervallen unabhängig vom Zustand der Komponenten. Der Umfang der Instandhaltungsmaßnahmen ist dabei im Voraus festgelegt. Auf der Grundlage der Betriebserfahrungen werden die Instandhaltungszyklen so gewählt, dass die Funktionsfähigkeit der Anlage nicht gefährdet ist.

Voraussagende Instandhaltung

Für bestimmte Betriebsmittel kann eine effizientere Instandhaltung dadurch erreicht werden, dass man die Aktivitäten mehr auf die Besonderheiten und Anforderungen des zu betrachtenden Betriebsmittels ausrichtet. Zeitpunkt und Umfang der zu ergreifenden Maßnahmen werden in diesem Fall vom Zustand des jeweiligen Objektes abhängig gemacht. Um eine solche zustandsorientierte oder auch voraussagende Instandhaltung erfolgreich durchführen zu können, müssen ausreichend Informationen über die Betriebsmittel zur Verfügung stehen. Nur dann kann der Zustand qualifiziert und zuverlässig beurteilt werden. Diese Informationen können im Rahmen der Zustandsüberwachung oder durch Zustands- und Diagnosemessungen oder Stichproben gewonnen werden. Die zustandsorientierte Instandhaltung ermöglicht, die Instandhaltung durch Verringerung des Aufwandes und der Häufigkeit technisch und wirtschaftlich effizienter zu gestalten. Darüber hinaus wirkt sie sich positiv auf die Verfügbarkeit und Nutzungsdauer aus. Unvorhergesehene Ausfälle werden nur noch selten auftreten. Die Zustandsinformationen erlauben eine weitgehende Ausschöpfung der Nutzungsdauer. Diese Instandhaltungsart bietet sich vor allem bei solchen Betriebsmitteln an, die mit Einrichtungen zur Zustandsüberwachung und -beurteilung ausgerüstet sind oder bei denen eine Zustandsbeurteilung durch Inspektion oder Diagnosemessungen möglich ist. So können die Anlagenkomponenten in einem EDV-System hinterlegt sein und nach festgelegten Intervallen ein Verschleißgrad festgestellt werden, der in das System zurückgemeldet wird. Hieraus resultieren dann neue Intervalle oder Aufträge zum Auswechseln bestimmter Bauteile.

Wahl der Strategie

Während bei der verhältnismäßig preiswerten ereignisorientierten Instandhaltung der Ausfall einer Anlage in Kauf genommen wird, stehen bei der planmäßigen und zustandsorientierten Instandhaltung die Anlagenverfügbarkeit im Fokus. Welche Strategie die geeignete ist, muss für jede Anlage ermittelt werden. Auch eine Kombination verschiedener Strategien ist möglich.

Literatur: [1] Web-Lernmodul des GDV „Erst- und Wiederholungsprüfungen“: Autor: M. Heberer

Der vollständige Beitrag ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

Bilder: (2) Begriffe und Maßnahmen der Instandhaltung enthält DIN 31051 (Quelle: GDV-Lernmodul)

(3) Fehlerstellen mit thermischer Auffälligkeit (Beispiele) a) Kontaktfehler am NH-Sicherungselement b) defekte Schraubverbindung am Transformator c) defekter Steckkontakt am Kondensator einer Kompensationsanlage (Quelle: VdS 2858)


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