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Symbolbild (Bild: lichtmaster/stock.adobe.com)
Normen und Vorschriften | Schutzmaßnahmen | Erdung und Potentialausgleich | Installationstechnik

Elektrounfall an einer Park-Beleuchtung

Leserkommentar: „Schutzleiter ja oder nein?“

22.11.2017

Zur Leseranfrage „Schutzleiteranschluss an einer öffentlichen Beleuchtung“ von Werner Hörmann im ep 10-2017 erreichte uns der folgende Leserkommentar. 

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Der Mast einer Außenleuchte führt im Regelfall das elektrische Potential einer örtlichen Erde. Wie niederimpedant die jeweilige Verbindung zur örtlichen Erde ist, und wie hoch mögliche Berührspannungen im Fehlerfall sind, hängen stark von den jeweiligen örtlichen (Erdungs-) Bedingungen ab.

Ein wesentliches Schutzziel des DIN VDE 0100 Vorschriftenwerks ist der Schutz gegen den elektrischen Schlag. Um dieses Schutzziel zu erreichen, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, sodass im Fehlerfall die Berührspannungen kleiner 50 Volt sind.

Im Fall des leitfähigen Mastes einer Leuchte kann dieses wirklich grundlegende Schutzziel im Regelfall nur dann sicher erreicht werden, wenn die leitfähigen und berührbaren Teile des Mastes niederimpedant in den Schutzpotentialausgleich eingebunden werden. In DIN VDE 0100-410 werden wichtige Hinweise gegeben, wie das Schutzziel "Berührspannung kleiner als 50 Volt" erreicht werden kann.

Bei der in der Leseranfrage beschriebenen Beleuchtungsanlage wird die Schutzmaßnahme "Automatische Abschaltung der Stromversorgung" angewandt (siehe auch DIN VDE 0100-410:2007; Abschnitt 411.1). 

Zusätzlich zum Basisschutz wird in DIN VDE 0100-410 Abschnitt 411.1 Allgemeines für den Fehlerschutz gefordert:

  • vorgesehen ist der Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren) durch Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene und automatische Abschaltung im Fehlerfall, in Übereinstimmung mit 411.3 bis 411.6.

Die Schutzerdung (Erdung über den Schutzleiter) wird in Abschnitt 411.3.1.1 beschrieben:

  • Körper müssen mit einem Schutzleiter verbunden werden, unter den vorgegebenen Bedingungen für jedes System nach Art der Erdverbindung, wie in 411. bis 411.6 angegeben.
  • Gleichzeitig berührbare Körper müssen mit demselben Erdungssystem einzeln, in Gruppen oder gemeinsam verbunden werden.

Die Einbeziehung in den Schutzpotentialausgleich wird auch für fremde leitfähige Teile gefordert (DIN VDE 0100-410:2007; Abschnitt 411.3.1.2):

  • fremde leitfähige Teile der Gebäudekonstruktion, sofern im üblichen Gebrauchszustand berührbar …

Beim Mast einer Leuchte kann es sich um einen Teil einer Gebäudekonstruktion handeln, jedoch ist das häufig nicht der Fall. Falls der Mast einer Leuchte kein Teil der Gebäudekonstruktion ist, so ist bei TN-Systemen DIN VDE 0100-410:2007 Abschnitt 411.4 anzuwenden.

Wenn bei einem TN-System ein fremdes leitfähiges Teil nicht mit dem Schutzpotentialausgleich verbunden ist, so ist dies gem. DIN VDE 0100-410:2007 Abschnitt 411.4 nur dann zulässig, wenn im Fehlerfall die Berührungsspannung eines fremden leitfähigen Teils (das sich in Kontakt mit der Erde befindet) kleiner 50 Volt ist.


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Autor
Name: Lana Geißler