
Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick 5
Die schönsten Ereignisse der Woche – von fliegenden Autos, senkrechten Wäldern, schmutzigen Ländern, gesunden Inseln, Strom aus Magensäure, OLED aus Graphen, Googles Lauschbox, Trumps Neugier und dem ersten Deutschen im All.
Das Leben ist ungesund
Der Mensch ist, was er isst. In Vanuatu isst er bald sehr gesund. Der Inselstaat im Südpazifik räumt in seiner Provinz Torba mit den fetten und überzuckerten Lebensmitteln auf, die aus dem Westen importiert werden.
In Torba leben ca. 10.000 Menschen. Für sie gab es immer reichlich Nahrung aus heimischer Produktion. Wofür also Cola, Chips, Schokoriegel, Reis und Nudeln importieren, wenn Ananas vor der Haustür wächst und Fische im Ozean gefangen werden?
Ab sofort dürfen deshalb in den Touristenzentren nur noch regionale Speisen angeboten werden. In zwei Jahren soll der Import von Lebensmitteln in Torba beendet sein, danach könnte der Inselstaat mit allen Provinzen komplett zur Eigenversorgung zurückkehren.
Die Regierung von Vanuatu begleitet das Experiment mit Wohlwollen. Die vom Zucker kariösen Zähne der Einwohner sind offenbar kein schöner Anblick.
Auch in Deutschland gibt es ungesundes Essen – sogar im Bioladen. Die App Hawk Spex des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) in Magdeburg bereitet dem Betrug ein Ende. Die App zeigt an, was wirklich im Bio-Obst oder -Gemüse steckt: pure Natur oder doch Pestizide, Herbizide, Roundup, UnkrautEx?
Der Anwender braucht für die Messung nur die Kamera seines Smartphones. Das Display beleuchtet das Objekt nacheinander in Sekundenbruchteilen in einer Reihe von unterschiedlichen Farben. Über ein mathematisches Modell kann die App Informationen über das Objekt extrahieren, z. B. die Inhaltsstoffe des gescannten Objektes.
Ende 2017 wird die App veröffentlicht. Sie soll nach dem Wiki-Prinzip von den Nutzern um neue Funktionen ergänzt werden. Die Nutzer können eigene Messungen durchführen und ihre Daten an das IFF mailen. Nach der Prüfung schaltet das Institut die Messwerte in der App frei.
Wo lebt man eigentlich gesund, bei sauberer Luft und kaltem, klarem Wasser? In Deutschland nicht – in den anderen europäischen Ländern aber auch nicht.
Das Portal The Eco Experts hat auf Karten eingetragen, welche Länder beim Klimaschutz vorn liegen. Dabei wurden vier Kriterien berücksichtigt: Energieverbrauch je Einwohner, CO2-Emissionen, Zahl der Toten durch Luftverschmutzung, Förderung Erneuerbarer Energien.
Weltweit gesehen ist Kenia beim Klimaschutz die Nummer eins, gefolgt von Tansania und Äthiopien.
In Europa sieht es trüber aus, je mehr man sich ostwärts bewegt. Aber auch Deutschland ist keine Leuchte. Das einstige Vorbild beim Klimaschutz rangiert jetzt hinter Spanien, Portugal, Frankreich und Schweden.
