
Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick 3
Die schönsten Ereignisse der Woche – von dicken Dummys, klugen Gürteln, flatternden Windrädern, intelligenten Plattenspielern, unerotischer Unterwäsche, Blitzkompostierern und den schönsten Drohnenfotos der Welt
Brillenträgerinnen werden ihre Freude am Entriegeln des frickligen Zahlenschlosses haben (Bild: Safeshorts)
Ganz andere Probleme gibt es im dunklen Kino. Permanent aufblitzende Displays von Smartphones und Apple Watchs machen die Vorstellungen immer öfter zum Horrortrip. Offenbar ist nur noch ein kleiner Teil der Kinobesucher in der Lage, 90 Minuten lang auf die Leinwand zu schauen statt auf WhatsApp.
Die Beschwerden über die grassierende Display-Seuche in Kinos, Theatern, Opernhäusern und Konzertsälen hat auch Apple erreicht. Der Konzern, der sonst die Meinung seiner Kunden mit größtmöglicher Arroganz ignoriert, reagierte auf die drohende Verbannung der Apple Watch aus Kinos und Theatern. Im nächsten Update WatchOS 3.2 wird es die Funktion „Theater Mode“ geben. Der Uhrenträger kann damit im Kino das Display verdunkeln und den Ton ausschalten.
Man kennt das vom Flugmodus der Smartphones. Flug- und Theatermodus muss der Benutzer aber selbst aktivieren. Beim Flugmodus kann die Stewardess durchgreifen, wenn er nicht eingeschaltet ist. Im Kino bleibt es dem stolzen Besitzer der Apple Watch überlassen, ob er so generös ist, den Scheinwerfer am Handgelenk zu verdunkeln. Die Chance, dass das wirklich passiert, dürfte bei Apple-Jüngern gegen Null tendieren.

Auf die Idee, die Armbanduhr im Kino einfach umzudrehen und mit dem Display zum Körper zu tragen, kommen Apple-Fanboys und -girls nicht. Jedenfalls nicht ohne App und WhatsApp-Gruppe (Bild: Apple Inc.)
WatchOS 3.2 bringt auch Siri auf die Apple Watch. Der Uhrenträger kann dann endlich seine WhatsApp-Nachricht in Richtung Handgelenk sprechen. Zum Beispiel im Kino.
Was jedoch die meisten Nutzer von Smartphones mit Spracheingabe nicht ahnen, haben Wissenschaftler der Universitäten von Kalifornien, Berkeley, und von Georgetown in einer Studie herausgefunden: Android-Smartphones können über die Sprache ferngesteuert werden (Studie hier als PDF).
Wie das Malheur von Alexa zeigte, reagieren elektronische Geräte exakt auf Sprachbefehle. Das ist bei Smartphones nicht anders. Der Nutzer startet beispielsweise den Dialog mit dem weit verbreiteten Google Assistant, indem er das Kommando „Okay Google“ spricht. Das könnte aber auch jemand anderes sein, der das Smartphone für seine Zwecke kapern will.
Nun wird niemand so ungeschickt sein, sich neben ein fremdes Android-Smartphone zu stellen und laut und deutlich „Okay Google“ zu rufen. Die Wissenschaftler testeten deshalb, bis zu welchem Grad man ein Kommando wie „Okay Google“ verschlüsseln kann, um trotzdem noch mit dem Smartphone zu kommunizieren. Das Ergebnis ist erstaunlich.
Trotz verrauschter, verzerrter und vielfach gefilterter Wörter reagierten die Smartphones zu 95 Prozent korrekt. Im Vergleichstest verstanden nur 20 Prozent der befragten Menschen, was die synthetische Stimme sagen wollte.
Wie die Wissenschaftler betonten, besteht die Gefahr versteckter Kommandos in Musik- oder Videodateien.
