
Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick 3
Die schönsten Ereignisse der Woche – von dicken Dummys, klugen Gürteln, flatternden Windrädern, intelligenten Plattenspielern, unerotischer Unterwäsche, Blitzkompostierern und den schönsten Drohnenfotos der Welt
Kochen, Kompostieren und in die eigene Erde Kräuter pflanzen: So stellt sich das Marketing glückliche Großstadtmenschen vor (Video: Whirlpool USA)
Bis Komposthaufen in der Küche und gesunde Ernährung zum Volkssport werden, wird es noch eine Weile dauern. So lange wartet Samsung nicht. Ein vom Konzern finanziertes Startup stellte einen intelligenten Gürtel vor, der dort misst, wo sich die kulinarischen Sünden sofort niederschlagen: an der Hüfte.
Der Gürtel namens WELT registriert die Anzahl der täglichen Schritte, die gelaufene Strecke, die Zeit des Sitzens und die verbrannten Kalorien.
Der Clou ist aber die Echtzeitüberwachung des Hüftumfangs. Wird der Gürtel angelegt, misst er über magnetische Sensoren die Hüfte. Nimmt der Gürtelträger oder die Gürtelträgerin im Laufe des Tages so viele Kalorien zu sich, dass die Hüfte wächst, gibt es ein Feedback vom Gürtel. Nicht mit einem Stromschlag, sondern als Anzeige auf dem Display der zugehörigen App. Das soll Ansporn sein, sich ins Fitnesscenter zu begeben und an der Selbstoptimierung zu arbeiten.
So schnell kann’s gehen: Vor dem Essen Größe 30, nach dem Essen 31. Der digitale Hüftgürtel ist unbestechlich (Video: info welt)
Ein anderes Bekleidungsstück vereint Elektronik und Mittelalter. Im Geschäft mit der Angst will auch die Tacos GmbH aus Oberhausen verdienen. Sie vermarktet eine Sicherheitshose für Frauen.
Das rustikale Stück Unterwäsche wird als optimaler Schutz vor Vergewaltigungen beworben. Das Material sei reißfest; auch Stichen und Schnitten würde es bis zu einem gewissen Grad widerstehen. Im Schritt und um die Taille verlaufen Sicherheitsschnüre. Zur Sicherung der Schnüre hängt ein Schloss mit Zahlencode vor dem Bauch.
Wenn es dennoch zum Äußersten kommt, wird beim Versuch, die Hose gewaltsam herunterzuziehen, Alarm ausgelöst. Der Hersteller verspricht 130 Dezibel, d.h., Lärm am Rand der Schmerzgrenze – auch für die Trägerin der Hose.
Bei Ritter Runkel nannte man dieses Konstrukt Keuschheitsgürtel. Heute ist es eine Burka für den Unterleib. Erhältlich für 99,99 Euro, Finanzierung ab 25 Euro im Monat möglich.

