Forschung für Erneuerbare stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland
Auf der Jahrestagung des ForschungsVerbunds Erneuerbare Energien im Berliner Umweltforum präsentierten die Forschenden und ihre Partner in Industrie, Stadtwerken und Verbänden am 7. und 8. Oktober ihre aktuellen Projekte, mit denen sie zur Wertschöpfung am Wirtschaftsstandort Deutschland beitragen und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen.
Die Energieinformatik erforscht, wie in der Energiewirtschaft eine höhere Datensouveränität erreicht werden kann und ob damit zusätzlich sogar Effizienzgewinne erzielt werden können. Linda Rülicke vom Fraunhofer IEE stellt Lösungen vor, wie sich Datenräume so gestalten, dass sie die wachsende Menge von Energiedaten aus erneuerbaren Quellen effizient aufnehmen, verarbeiten und sicher austauschen.
Innovationen für eine effiziente Wärmewende
Ein gemeinsamer Beitrag von Fraunhofer ISE und Vaillant untersucht, wie Forschung die deutsche und europäische Wärmepumpen-Industrie unterstützt. Sie zeigen, wie Innovationen für Materialien, Komponenten, Systemintegration und Digitalisierung dazu beitragen können, Wertschöpfung und auch Fertigung in Europa weiter zu ermöglichen.
Für die Wärmewende im Quartier untersucht Bastian Büttner vom CAE wie die Innovationen aus der Forschung mit industrieller Wertschöpfung ineinandergreifen und wie auch die Immobilienwirtschaft und die lokale Politik zur Umstellung auf eine dekarbonisierte Quartierswärmeversorgung beitragen und regional wirtschaftliche Impulse setzen können.
In der Industrie bietet die Effizienzerhöhung thermischer Prozesse ein großes Potential für Wettbewerbsvorteile. Peter Osgyan vom ZAE stellt dar, dass zum Beispiel durch innovative Wärmedämmung in Prozessstätten und beim Transport wesentliche Energieeinsparungen möglich sind. Darüber hinaus kommen auch weitere Effekte zum Tragen, wie beispielsweise die Reduzierung von Ausschuss bei der Glasindustrie. Die zeitliche Prozessverschiebung ermöglicht andere Modelle des Energiebezugs wie je nach aktuellem Strompreis zu- oder abgeschaltete Verbraucher oder die Teilnahme am Day-Ahead-Markt.
Forschung für klimaneutrale stoffliche Energieträger
Unter dem Motto „Elektrolyse made in Baden-Württemberg“ wird eine erfolgreiche Kooperation vorgestellt für den Transfer der Elektrolysestack-Technologie von der Forschung des ZSW in Stuttgart bis zur Anwendung beim Automobilzulieferer EBZ SysTec.
Um Wasserstoff geht es auch in einer Untersuchung zu Strukturwandelregionen. Jens Artz vom Forschungszentrum Jülich zeigt, wie eine neue Wasserstoffwirtschaft den Strukturwandel beschleunigen und dabei sowohl Arbeitsplätze als auch die Energieversorgung langfristig sichern kann. So kann eine Kohleregion zu einer Demonstrationsregion werden für die Speicherung, den Transport und die Freisetzung bzw. Nutzung von Wasserstoff.
René Backes vom DBFZ entwirft ein Panorama für die Zukunft der Bioökonomie. Biomasse hat den großen Vorteil, zeitlich völlig flexibel einsetzbar zu sein. So liefert sie einen essentiellen Beitrag zu einer stabilen, klimaneutralen Energieversorgung. Ihre Transformation in Methan, Methanol, Wasserstoff oder Kohlenstoff macht sie gut lagerfähig und ermöglicht neue stoffliche Anwendungen.
Weitere Informationen: Tagungsreader mit Vortragsfolien
Der Tagungsband erscheint im Frühjahr 2026 und wird kostenfrei online zur Verfügung gestellt.

