Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Energieeffizienz von Kabel- und Leitungsanlagen – Teil 4: Weitere Helfer
Bislang lasen sich Anweisungen, Normen, TAB sowie andere Bestimmungen und Anleitungen so, als stünde dort als Auswahl-Kriterium: „Wie heiß muss meine Leitung mindestens werden?“ Fortan jedoch sollte eine Leitung nicht mehr als „am besten ausgenutzt“ gelten, wenn sie ihre höchstzulässige Temperatur auch wirklich erreicht.
Also: Solange die Forderungen in den Normen die in derselben Norm erhobene Festlegung in Frage stellen, nicht auf die langwierige Abstellung des Mangels warten, sondern sie einfach schon jetzt umsetzen!
Ausblick
Natürlich sollte die gleiche Prozedur auch mit Einspeiseprofilen durchgeführt werden, um beispielsweise zum Verdrahten einer Photovoltaik-Anlage eben nicht die minimalen, sondern die optimalen Leiterquerschnitte zu ermitteln. Die durch die Einspeisevergütung garantierten Preise stellen ein zusätzliches Motiv zum Aufwerten der Leiterquerschnitte und einen erheblichen Faktor bei der optimalen Auswahl dar.
„Weniger ist mehr“ hört man oft als geflügeltes Wort. In den meisten Bereichen wird der Energie-Effizienz heute – in der Regel zu Recht – die Material-Effizienz gegenüber gestellt, so z. B. beim Konstruktionswerkstoff Stahl: Bessere, festere Qualitäten und ausgeklügelte Formen ermöglichen es, die gleiche Aufgabe mit weniger Stahl zu erfüllen.
Dies jedoch ist nicht auf Funktionswerkstoffe wie Kupfer anwendbar.
Hier gilt weiterhin – entgegen dem Zeitgeist – profan und primitiv: „Viel hilft viel!“
Autor: Stefan Fassbinder
Der Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.
Literatur:
[1] [2] DIN VDE 0298-4 (VDE 0298-4):2013-06, Verwendung von Kabeln und isolierten Leitungen für Starkstromanlagen – Teil 4: Empfohlene Werte für die Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen für feste Verlegung in und an Gebäuden und von flexiblen Leitungen.
[2] [7] Fassbinder, S.: Der Spannungsfall als Problemfall. Elektropraktiker, Berlin 68 (2014) 10, S. 855.
[3] [15] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520)Beiblatt 3:2012-10: Errichten von Niederspannungsanlagen – Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Teil 520: Kabel- und Leitungsanlagen – Beiblatt 3: Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen in 3-phasigen Verteilungsstromkreisen bei Lastströmen mit Oberschwingungsanteilen.
[4] [16] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520)Beiblatt 2:2010-10: Errichten von Niederspannungsanlagen – Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Teil 520: Kabel- und Leitungsanlagen – Beiblatt 2: Schutz bei Überlast, Auswahl von Überstrom-Schutzeinrichtungen, maximal zulässige Kabel- und Leitungslängen zur Einhaltung des zulässigen Spannungsfalls und der Abschaltzeiten zum Schutz gegen elektrischen Schlag, Absatz 4.3.



