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Energietechnik: Smart Meter
Verlorenes Vertrauen – digitale Stromzähler weiterhin in der Kritik

Die Jahresendabrechnung der Stromkosten für Mieter und Eigenheimbesitzer kommt – und zwar immer pünktlich.

(Bild: galaxy67/stock.adobe.com)

Zum Jahresbeginn erhalten viele Verbraucher die Abrechnung ihres jeweiligen Stromanbieters und der Frust über Nachzahlungen lässt meist nicht lange auf sich warten. Wer einen Smart Meter in seiner Wohnung oder im Haus installiert hat, sollte die Angaben genau überprüfen.

Eine niederländische Studie der Universität Twente und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Amsterdam deckte bereits im Jahr 2015 auf, dass elektronische Stromzähler bis zu 586 Prozent zu viel messen (ep berichtete). Sie sollten eigentlich genauere Messwerte liefern als die gebräuchlichen mechanischen Ferraris-Zähler. Doch dem ist nicht so.

Hersteller reden sich raus

Die Studie hat das Vertrauen der Endverbraucher in die digitale Technologie nachhaltig geschädigt, berichtet der Bund der Energieverbraucher. Nach deren Einschätzung muss eine behördliche Untersuchung mit Offenlegung der Ergebnisse durchgeführt werden, um das Vertrauen wieder herzustellen.

Hersteller berufen sich bis heute auf die Tatsache, dass in der Studie unter Laborbedingungen getestet wurde, die nicht den realen Verhältnissen entsprechen würden. Die am Markt befindlichen Zähler würden alle Normen einhalten.

Der Bund der Energieverbraucher vertritt jedoch die Ansicht, dass die Einhaltung aktueller Normen unerheblich ist, wenn die Smart Meter nachweislich falsche Messwerte liefern würden. Damit liegt das Problem nicht nur in den Geräten selbst, sondern auch in den lückenhaften Normen.

Neue Tests unter realen Bedingungen

Das Twente-Phänomen ist laut Bund der Energieverbraucher jedoch nicht nur unter Laborbedingungen aufgetreten. Auch mit ohmschen Verbrauchern seien die Abweichungen festgestellt worden.

Um die Hersteller in die Pflicht zu nehmen, müssen die Studienergebnisse reproduzierbar sein und erneut transparent und nachvollziehbar überprüft werden. Erst wenn bei einer nochmaligen Prüfung keine unzulässigen Abweichungen mehr festgestellt werden, kann das Vertrauen der Verbraucher wieder hergestellt werden. Gegebenenfalls müssen die Normen für die Eichung der digitalen Stromzähler überarbeitet und fehlerhafte Smart Meter mit Rogowskispulen und Hallsensoren aus dem Verkehr gezogen werden.

Eine VDE-FNN-Arbeitsgruppe zur „Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von Messsystemen“ unter Leitung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ist mit der Untersuchung beauftragt. Der Bund der Energieverbraucher beteiligt sich an der Arbeitsgruppe.

Was kann der Verbraucher tun?

Bei wem bereits ein Smart Meter installiert wurde, der wird sich fragen, ob sein Gerät davon betroffen ist. Die Forscher stellten in ihrer Studie ein klares Muster fest, nachdem digitale Stromzähler mit Rogowskispule grundsätzlich zu viel, während Zähler mit Hallensensoren zu wenig maßen. Keine Auffälligkeiten hingegen zeigten Geräte mit Shunt-Messung und herkömmliche Ferraris-Zähler mit Drehscheibe und Rollzählwerk.

Wer Zweifel an der Richtigkeit der Messwerte seines intelligenten Stromzählers hat, sollte bei seinem Messstellenbetreiber (meist der örtliche Stromnetzbetreiber) beharrlich den Austausch des Zählers verlangen. Kommt der Messstellenbetreiber dem nicht nach, bleibt dem Verbraucher nur der Wechsel des Betreibers.

Die folgende Übersicht zeigt Smart Meter mit der jeweiligen Ausstattung:

HerstellerRogowskispuleHallsensorShunt-Messung
EasyMeter (Discovergy)alle bekannten Modelle
EMH Metering    alle bekannten Modelle
IskraemecoMT171MD300
MT174MT300
MT175
MT371
MT382
MT681
Itron (Actaris)ACE3000EM214
Kamstrupalle bekannten Modelle
Landis+Gyralle koventionellen elektronischen Haushaltszähleralle „modernen Messeinrichtungen“ nach MsbG

Wer Fragen zu seinem Smart Meter hat, kann sich an den Bund der Energieverbraucher unter info@energieverbraucher.de wenden.

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