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Aus dem Facharchiv: Installationstechnik

Typische Fehler in der Elektroinstallation – Häufung von Betriebsmitteln

10.07.2019

Die Häufung von elektrischen Betriebsmitteln (wie LS-Schalter auf Hutschienen in Verteilungen oder Kabelbündeln in Kanälen) erzeugt beim Betrieb Verlustwärme.

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Angelehnt an das Web-Lernmodul „Häufung von Betriebsmitteln“ [1] des GDV werden mögliche Schadenursachen sowie entsprechende Schutzmaßnahmen im Beitrag näher erläutert wird.

Auswirkungen von Häufungen

Bei einer Häufung von Betriebsmitteln ist unbedingt darauf zu achten, dass die durch den Betriebsstrom erzeugte Wärme ausreichend abgeführt werden kann.

Das gilt unabhängig davon, ob es sich um Leitungen in Bündeln auf Pritschen oder um Betriebsmittel in einem Verteilergehäuse oder Schaltschrank handelt. Ungenügende Wärmeabfuhr oder Übertemperaturen an Betriebsmitteln können Brände entzünden, Fehlfunktionen auslösen und die Lebensdauer der Betriebsmittel verkürzen. Schon 10 °C über der Grenztemperatur verkürzt die Lebenszeit der Betriebsmittel auf die Hälfte, 20 °C darüber sogar auf ein Viertel.

Beim Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln ist deshalb jeweils der zulässige Temperaturbereich zu berücksichtigen, den die Hersteller in der Regel in den Datenblättern angeben. Bei der Planung von elektrischen Anlagen sind zudem bzgl. der Wärmeentwicklung folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Höhe der entstehenden Verlustleistung als mögliche Wärmequelle,
  • Schutzart des Gehäuses,
  • Umgebungstemperatur,
  • Gleichzeitigkeitsfaktoren.

Temperaturbereiche

Mit Umgebungstemperatur wird in der DIN EN 60204-1 diejenige Temperatur der Luft oder eines anderen Mediums bezeichnet, in dem eine Ausrüstung bzw. ein Betriebsmittel bestimmungsgemäß verwendet werden kann. Dagegen be
zeichnet die Betriebstemperatur die optimale Temperatur bzw. den optimalen Temperaturbereich für den Betrieb von elektronischen Anlagen oder einzelner Betriebsmittel. Werden diese Temperaturbereiche nicht eingehalten, drohen insbesondere bei Überhitzung brandgefährliche Risiken.

Verteilungen sind üblicherweise für Umgebungstemperaturen bis 40 °C und im Mittelwert über 24 Stunden bis 35 °C ausgelegt (VDE 0660-100 Niederspannungsgeräte Teil 1). Bei höheren Umgebungstemperaturen muss wegen der hohen Wärmebelastung möglicherweise die elektrische Leistung des Betriebsmittels reduziert werden.

Zu hohe Umgebungstemperaturen können z. B. entstehen durch:

  • Strahlungswärme von nahen Betriebsmitteln,
  • Sonneneinstrahlung,
  • Häufung von stark belasteten Betriebsmitteln,
  • Eingeschränkte Wärmeabfuhr, etwa durch Verschmutzung.

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