
Energieeffizienzkampagne
Teure bunte Bilder
Sigmar Gabriel wollte die Deutschen für mehr Energieeffizienz begeistern. Er startete eine Großkampagne – und scheiterte kläglich.
Wie sieht es eigentlich im Wirtschaftsministerium aus? Gutes Betriebsklima dank effizienter Heizung?
Motiv 6: "Effizient ist, an den Firmenwänden zu sparen. Nicht am Firmenwagen."
"Machen Sie Ihr Unternehmen energieeffizient und dämmen Sie Ihre Wände: Wir fördern das!"

Zum Vergrößern hier klicken (Bild: BMWi)
Zentrale Aussage: Wer die Wände seiner Firma mit unterarmdicken Wärmedämmplatten beklebt, kann sich ein pinkfarbenes Elektroauto mit eloxierten Rädern leisten. Hier ist ausnahmsweise ein Bezug zur Energieeffizienz vorhanden, wenn auch auf denkbar schlechte Weise.
Das Thema Außendämmung von Gebäuden wird in Deutschland nicht ohne Grund auf ganz kleiner Flamme gekocht. Brandgefahr, Schimmelbildung, Verschattung der Fenster und Kahlschlag der Fassaden sind keine Argumente, die für die Wärmedämmung sprechen – zumindest nicht mit der zur Zeit praktizierten Technologie.
Ungewollt liefert die Anzeige gute Argumente gegen eine Außendämmung. Die Tür liegt nach der Dämmung extrem tief, der Schatten fällt weit in den Eingangsbereich. Der Putz auf den Dämmplatten macht die Wand zu einem kahlen, mutlosen Etwas, ohne Charakter, ohne Stil, wie aus dem Baumarktkatalog geklont. Schlechtes Beispiel für Energieeffizienz am Bau.
Noch ein Satz, der ratlos macht: "Effizient ist, an den Firmenwänden zu sparen."
An den Wänden sparen heißt, Wände wegzulassen. Ein Haus mit drei Wänden ist wie ein Hund mit drei Beinen. Irgendwann fallen beide um.
An den Wänden sparen kann auch heißen, weniger Material zu verwenden oder die Qualitätsansprüche zu reduzieren. Durch solche Wände pfeift erst recht der Wind.
Anzeige verpufft.
Motiv 7: "Effizient ist, hinter den Wänden zu sparen. Nicht davor."
