
Energieeffizienzkampagne
Teure bunte Bilder
Sigmar Gabriel wollte die Deutschen für mehr Energieeffizienz begeistern. Er startete eine Großkampagne – und scheiterte kläglich.
So oder so – Anzeige verpufft.
Motiv 3: "Effizient ist, an den Leuchten zu sparen. Nicht am Strahlen."
"Machen Sie Ihr Zuhause energieeffizient und nutzen Sie energiesparende Produkte wie LED-Lampen und A+++Kühlschränke: Wir fördern das!"

Zum Vergrößern hier klicken (Bild: BMWi)
Zentrale Aussage: Ein Stino trägt Grill. Bezug zur Energieeffizienz? Keiner.
Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts glaubte Rapper Flavor Flav, seinen Reichtum täglich im eigenen Spiegelbild betrachten zu müssen. Er ließ goldene Überzieher für seine Zähne anfertigen, eine Art Luxuskondom fürs Gebiss.
Andere Rapper zogen nach. Bis zur Jahrtausendwende protzten und grinsten sie goldglänzend von der Bühne, bis es nicht nur dem Publikum zu peinlich wurde.
Heute ist der dentale Goldschmuck (englisch: Grill) kein Massenphänomen mehr. Das muss man jüngeren Menschen erklären, damit sie verstehen, warum die Zähne beim netten Onkel auf dem Bild so komisch glänzen.
Die Anzeige funktioniert also nur bei Leuten, die lange vor 1980 geboren wurden und in ihrer Jugend Goldzahnrapper sahen. Das ist eine klug durchdachte Strategie: Werben durch Ausgrenzen.
Vielleicht hat Sigmar Gabriel das Jungvolk längst abgeschrieben: Die Generation Smartphone begreift eh nicht, was mit Energieeffizienz gemeint ist. Sollen sich die Alten darum kümmern.
Die Anzeige funktioniert auch nur, wenn der Betrachter kein Elektriker ist. Ein Elektriker könnte auf die Idee kommen, den Satz "Effizient ist, an den Leuchten zu sparen" wörtlich zu nehmen.
Er würde den Stecker aus der Steckdose ziehen und die Leuchte im Sperrmüll entsorgen – als höchste Stufe des Sparens. Dann steht Mr. Goldzahn im Dunkeln.
