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Betriebsführung und -Ausstattung | Regenerative/Alternative Energien | Energietechnik/-Anwendungen

Sommerloch, Teil 4

Siggi Langstrumpf

10.08.2016

Wirtschaftsminister Gabriel ist Smart-Meter-Fan. Viele Bürger sind Smart-Meter-Skeptiker. Gabriels Lösung: "Ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt."

Was macht ein Minister, der davon überzeugt ist, dass so viele Haushalte wie möglich ein Smart Meter installieren lassen sollen, um Strom zu sparen? Er erlässt ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Was macht ein Minister, auf dessen Tisch sich Stellungnahmen von Experten und Fachverbänden stapeln, die keinen Stromspareffekt durch Smart Meter erkennen? Er erlässt trotzdem ein Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende. Was macht ein Minister, der weiß, dass die privaten Stromkunden – die auch potenzielle SPD-Wähler sind – keinen Nutzen bei Smart Metern sehen und stattdessen über höhere Betriebskostenabrechnungen für ihre Wohnungen murren, weil sie den Einbau der ungeliebten Smart Meter selbst bezahlen müssen? Er erinnert sich an Süßigkeiten. 1991 benannte der Nahrungsmittelkonzern Mars den Schokoriegel Raider in Twix um: "Raider heißt jetzt Twix, … sonst ändert sich nix." Die Kampagne wurde ein riesiger Erfolg. Warum nicht kopieren? Was einmal klappt, klappt auch ein zweites Mal. Und also sprach Wortschöpfer Gabriel:

 

Zum Vergrößern hier klicken (Grafik: Elektropraktiker)

Kein Scherz. Wirtschaftsminister Gabriel hat das Smart Meter umbenannt. Es heißt jetzt Einsparzähler. Sonst ändert sich nix. In Verbindung stehende Artikel
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Autor
Name: Jürgen Winkler