
Sommerloch, Teil 6
500 kV? Die nimmt Travolta zum Frühstück.
Was haben Apple, PornHub, Thomas de Maizière, Terrorismusforscher und FBI-Direktor James Comey gemeinsam? Sie füllten das Sommerloch. Dort saß auch John Travolta – und ehrte die wahren Helden des Alltags: die Elektriker.
Wer ist der König des Sommerlochs?
Es kann nur einen geben: Tim Cook
Im August ließ sich der Apple-Konzernchef vom Magazin Fast Company interviewen. Darin fasste Tim Cook die Weltmachtpläne seines Hauses in einem Satz zusammen:
"Wir wollen da sein, wenn du aufwachst, und wenn du dich entscheidest, schlafen zu gehen."
("We want to be there from when you wake up till when you decide to go to sleep.")
Das klingt wie eine Drohung. Oder wie ein Monolog aus dem Roman 1984. Also wie eine Drohung.
Lange her: Werbespot für Apple Macintosh, basierend auf dem Romans 1984. Apples damaliges Versprechen: "You'll see why 1984 won't be like '1984'" (Video: Robert Cole)
Mit welcher Idee verärgerte Apple im Sommer seine Kunden?
Mit der abschaltbaren Kamera.
Im Sommer wurde bekannt, dass Apple ein Patent auf die Fernabschaltung der Handykamera zugesprochen wurde. Das US-Patent beschreibt ein Verfahren, mit dem der Bildsensor des Smartphones zu einem Infrarotsensor umgerüstet wird. Dieser kann per Infrarotsignal den Befehl erhalten, die Kamera zu deaktivieren.
Angeblich war das ein Wunsch der Musikindustrie, die sich an der Flut unautorisierter Bild- und Tonaufnahmen ihrer Künstler störte. Wäre es nicht schön, wenn mit Betreten des Konzertsaals alle Smartphone-Kameras im Publikum erblindeten?
Und wäre es nicht noch schöner, wenn in einem unsichtbaren Bannkreis um Demos, Kasernen, Flughäfen, Regierungsgebäude, Parteizentralen, Botschaften, Protokollstrecken, Gated Communities, Baustellen, Kraftwerke, Monsantofelder ... [hier beliebige Orte eintragen] mit einem Infrarotsignal dafür gesorgt würde, dass kein Smartphone dokumentieren kann, welche Schmutzeleien im Dunkeln bleiben sollen?
