
Energieeffizienzkampagne
Teure bunte Bilder
Sigmar Gabriel wollte die Deutschen für mehr Energieeffizienz begeistern. Er startete eine Großkampagne – und scheiterte kläglich.
Zentrale Aussage: Man trägt wieder Achselhaare. Ansonsten bleibt der Bezug zur Energieeffizienz nebulös.
Muss sich das Trio gegenseitig wärmen, weil die altersschwache Heizung teure Energie verbraucht und deshalb auf Stufe 1 gedrosselt wird?
Um etwas anderes als Wärmen kann es nicht gehen. Eine heiter-frivole Ménage-à-trois findet nicht statt. Jede körperliche Anstrengung verbraucht Energie, und Energie soll gespart werden, sagt der Minister. Darum heißt es: liegen bleiben, nicht bewegen, nur schräg grinsen.
Zwangsweises Kuscheln scheint den Dreien nichts auszumachen. Im Gegenteil – ihre entspannte "Sex wird maßlos überschätzt"-Haltung macht das Bild zur grandiosen Reklame für die Purity-Bewegung: Keusch bleiben in jeder Lebenslage.
Ob die alte Heizungsanlage effizient arbeitet oder nicht, spielt für sie keine Rolle. Sie wärmen sich gegenseitig und sind glücklich dabei. Die Fördermittel können ihnen gestohlen bleiben. Anzeige verpufft.
Motiv 2: "Effizient ist, an den Heizkosten zu sparen. Nicht an den Reisekosten."
"Machen Sie Ihr Zuhause energieeffizient und modernisieren Sie Ihre alte Heizungsanlage: Wir fördern das!"

Zum Vergrößern hier klicken (Bild: BMWi)
Zentrale Aussage: Ein Mann bereitet sich auf einen Flug ins All vor. Er spart nicht an den Reisekosten. Der Bezug zur Energieeffizienz ist so weit weg wie der Mars von der Erde.
Sigmar Gabriel fordert den Weltalltourist auf: "Spare nicht an den Reisekosten." Und sapperlot – genau das tut der Astronaut: Er spart nicht an den Reisekosten.
Ist das schon Dadaismus?
Oder soll man glauben, mit einer modernisierten Heizung könne man so irre viel Geld sparen, dass es für eine Reise zu den Sternen reicht? Bei den ungebremst steigenden Strompreisen, die Sigmar Gabriel als Chef seines Hauses zu verantworten hat, wäre das ein rabenschwarzer Scherz auf Kosten der Stromkunden Deutschlands.
