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Elektromobilität

Elektromobilität: Autopilot kann Unfall nicht verhindern

Sicher in die Leitplanke – mit Autopilot

08.03.2017

Ein Tesla Model S wird vom aktivierten Autopilot direkt in die Leitplanke gesteuert. Der Fahrer gibt Tesla die Schuld, Tesla sagt, der Fahrer sei verantwortlich. Wie würden Sie entscheiden?

Immer geradeaus

Ein Unfall in den USA wirft neue Fragen über die Grenzen der Fahrassistenzsysteme in Pkw auf – und über die Eigenverantwortung des Autofahrers. Der Fahrer eines Tesla Model S krachte mit seinem Auto in eine Leitplanke. Auf Reddit schreibt er unter der Überschrift "My car hit a barrier while I was on autopilot":

"I was driving in the left lane of a two lane highway. The car is AP1 and I've never had any problems until today. Autopilot was on didn't give me a warning. It misread the road and hit the barrier."

("Ich fuhr auf dem Highway in der linken von zwei Spuren. Das Auto besitzt einen AP1 (Autopilot der ersten Generation). Bis heute hatte ich damit nie Probleme. Der Autopilot war eingeschaltet, er löste aber keine Warnung aus. Er hat die Straße missgedeutet und die Absperrung getroffen.")

Direkt hinter dem Tesla fuhr ein Pkw mit eingeschalteter Dashcam und filmte den Unfall:


Die neue Spur ist mit Punkten markiert. Für die Kamera waren sie offenbar nicht relevant (Video/Gif: Hubris_draws_stuff

Bemerkenswert am Video ist die exakte Reaktion der Bordautomatik nach dem Aufprall. Der Tesla wird in Sekundenbruchteilen ausbalanciert und in seiner Spur gehalten.Technische Ursache des Unfalls war offensichtlich die linke gelbe Sperrlinie, an der sich die Bordkamera des Tesla für das Spurhalten orientierte. Obwohl die Fahrbahn wegen einer Baustelle nach rechts verschwenkt wurde, ließen die Bauarbeiter die gelbe Sperrlinie weiterhin geradeaus laufen – unter der Leitplanke hindurch.Der Autopilot folgte konsequent der gelben Linie. Der Tesla krachte ebenso konsequent in die Leitplanke.Für den Fahrer ist das ein geringer Trost. Er postete die Schäden am Tesla Model S auf Reddit:

     

Tesla Model S nach dem Aufprall auf die Leitplanke (Bilder: u_)

Welche Funktionen besitzt der Autopilot AP1?

Der Autopilot der ersten Generation stellt kein vollautonomes System dar. AP1 umfasst mehrere Assistenzsysteme, u. a. Abstandsregeltempomat (ACC), Spurhalteassistent (AutoSteer), Spurwechsel-Assistent (Lane Changing) und Parkassistent (Auto-Park).Das vollautonome Fahren mit AP1 ohne Eingreifen des Fahrers wird von Tesla ausdrücklich untersagt.Andererseits ist der Begriff Autopilot missverständlich. Er verführt dazu, die Assistenzsysteme zu überschätzen und sich vollständig auf sie zu verlassen.

Wer ist schuld?

Der Autofahrer gibt Tesla die Schuld am Unfall: "Autopilot was on didn't give me a warning."Im Thread auf Reddit sind viele User anderer Meinung: Der Fahrer hätte die Leitplanke sehen und in die Lenkung eingreifen müssen, als er merkte, dass das Auto nicht der Spur folgte.

Autor
Name: Juergen Winkler