
Tesla in der Krise
Großer Rückruf
Elektroautohersteller Tesla beordert weltweit 123.000 Luxus-Limousinen vom Typ Model S wegen rostanfälligen Schrauben an der Servolenkung in die Werkstätten.
Tesla droht das Vertrauen von Kunden und Aktionären zu verspielen. Nach einer der schlimmsten Wochen in der 15-jährigen Unternehmensgeschichte nehmen die schlechten Nachrichten kein Ende.
Am 23. März 2018 kam ein 38-jähriger Mann mit seinem Tesla Model X auf seinem Arbeitsweg von der Fernbahn ab und prallte gegen einen Beton-Poller. Dem Unternehmen zufolge fuhr der Wagen im Autopilot-Modus. Der Fahrer habe mehrere Warnsignale erhalten, aber keine Maßnahmen ergriffen, erklärte Tesla. Das Unglück ereignete sich im Silicon Valley in der Nähe von Mountain View. Der Fahrzeugführer verstarb im Krankenhaus.
Produktionsprobleme und andere Pannen
Eine stockende Produktion macht dem Unternehmen zudem zu schaffen – rund 500.000 Kunden warten noch auf ihre Fahrzeuge. Tesla- CEO Elon Musk wollte bis Ende März 2018 mindestens 2.500 Autos vom Model 3 pro Woche produzieren. Lediglich 2.020 Wagen liefen jedoch in der letzten März-Woche vom Band. In den ersten drei Monaten wurden insgesamt nur 9.766 Stück fertiggestellt.
Die Tesla-Aktie verlor zuletzt auch wegen eines kritischen Analyseberichts sowie einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's fast ein Drittel an Wert. Am 2. April 2018 brach der Aktienkurs des Elektroautoherstellers an der New Yorker Börse um fast acht Prozent ein. Ein Aprilscherz Elon Musks könnte dafür mitverantwortlich sein. Via Twitter verkündete er am 1. April 2018 die Pleite seines Unternehmens – Tesla-Aktionäre verstanden keinen Spaß. 
Damit nicht genug folgt nun der größte Rückruf der Firmengeschichte. Betroffen seien nur Modelle, die vor April 2016 gebaut wurden. Grund sind rostige Schrauben des deutschen Zulieferers Bosch, teilte Tesla in einer E-Mail an die betroffenen Kunden mit. Bei den Fahrzeugen könnte es vor allem in kalten Regionen zu starker Rostbildung an den Schrauben der Servolenkung kommen.
Kein akutes Risiko
Die Funktion der Servolenkung könnte dadurch beeinträchtigt werden, sie könnte ausfallen oder nur noch eingeschränkt funktionieren. Aus diesem Grund müssten diese Komponenten ausgetauscht werden. Es handelt sich um eine freiwillige Aktion und eine Vorsichtsmaßnahme. Akute Gefahr bestehe nicht. Bisher gab es auch keine Berichte über Unfälle.
Der Austausch der Schrauben würde laut Tesla eine Stunde dauern. Man könne den Wagen bis dahin gefahrlos weiter fahren. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um einen Materialfehler oder mangelnde Rostvorsorge handelt. „Bosch ist in enger Abstimmung mit Tesla und unterstützt die getroffenen Maßnahmen“, verkündete eine Bosch-Unternehmenssprecherin.
Foto rechts: Tesla-CEO Elon Musk, 2015 (Bild: Steve Jurvetson, Lizenz: CC BY-SA 2.0)
