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Haben den neuen Schnellladepark in Stuttgart-Zuffenhausen offiziell eröffnet, v.l.n.r.: Peter Guse, Senior Director Business Development Vector Informatik, Saliou Gueye, Bezirksvorsteher von Zuffenhausen, Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, Michael Groh, Leiter Regionalbereich bei DB Station & Service AG, Thomas Speidel, Geschäftsführer von ADS-TEC Energy, Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, Bildrechte: Stadtwerke Stuttgart, Foto: Vage Studios
Energietechnik/-Anwendungen | Elektromobilität | Personen und Firmen

Ladeinfrastruktur

Schnellladen am Bahnhof Zuffenhausen

14.10.2025

Der Schnellladepark der Stadtwerke Stuttgart (SWS) auf dem DB-Areal im Stadtbezirk Zuffenhausen ist von der Technik her anders als andere: Er erlaubt es, Schnelllader mit Gleichstrom jetzt auch im Niederspannungsnetz zu betreiben – ein Anschluss an das Mittelspannungsnetz ist damit nicht mehr erforderlich.

Möglich macht das eine innovative Batterietechnik von ADS-TEC Energy, einem Nürtinger Unternehmen, in Kombination mit einem intelligenten Energiemanagement von Vector Informatik aus Stuttgart. Diese Verknüpfung trägt dazu bei, die Energiewende effizienter zu gestalten und das Angebot an Strom aus erneuerbaren Energien im Netz optimal zu nutzen. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann hat bei der offiziellen Einweihung am 13. Oktober die Innovationen der regionalen Unternehmen für eine effiziente Energiewende und mehr Komfort beim innerstädtischen Laden von E-Fahrzeugen gewürdigt. Das Land hat das Pilotprojekt mit rund 140.000 Euro gefördert.

Speichergestütztes Laden als Teil der Strategie

Verkehrsminister Winfried Hermann hat beim Termin auf dem Bahnhofsareal in Zuffenhausen die Bedeutung innovativer Ladeinfrastruktur auch im innerstädtischen Bereich hervorgehoben: „Innovative Ladeinfrastruktur kann Elektromobilität noch alltagstauglicher machen. Manchmal muss es beim Laden schnell gehen. Das ging bisher oft nur an wenigen Stellen in der Stadt, weil die Hürden am Stromnetz sehr hoch waren. In Zuffenhausen geht es jetzt mit schlauer Technik besonders schnell und das in optimaler Lage. Deshalb fördern wir gerne Projekte wie diesen Schnellladehub.“

Bezirksvorsteher Saliou Gueye unterstreicht die Bedeutung des Projektes für Zuffenhausen: „Die Verfügbarkeit geeigneter Schnellladeinfrastruktur in verkehrsspezifisch gut erreichbaren Zentren wie Zuffenhausen ist wegweisend. Für den Stadtbezirk bedeutet dies mehr Komfort für Nutzerinnen und Nutzer bei gleichzeitig steigender Flexibilität bei ihrem Umstieg auf nachhaltige Beförderungsformen.“ Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, betont: „Die Schnellladesäulen mit integriertem Batteriespeicher und intelligenter Beschaffungssteuerung in Zuffenhausen sind ein Beleg für einen konsequenten Ausbau einer bedarfsgerechten und modernen Ladeinfrastruktur in Stuttgart. Das Vorreiterprojekt der SWS und ihrer Partner bündelt regionale Kompetenzen und trägt maßgeblich zur Optimierung der Stromwende bei.“

Die Stadtwerke Stuttgart wollen mit Blick auf das Klimaneutralitätsziel der Landeshauptstadt bis zum Jahr 2035 die Voraussetzungen für insgesamt 14.000 Ladepunkte in Stuttgart schaffen, darunter 2.000 DC-Schnellladepunkte. Aktuell sind 46 Schnelllader und 1.678 Ladepunkte mit Wechselstrom realisiert.

Gebündeltes Know-how für modernste Ladeinfrastruktur

Der neue Ladepark der SWS auf dem DB-Areal am Verkehrsknotenpunkt Bahnhof Stuttgart-Zuffenhausen ist das Ergebnis erfolgreicher partnerschaftlicher Zusammenarbeit: In enger Abstimmung mit dem Bahnhofsmanagement der Deutschen Bahn, der Parkraummanagementgesellschaft DB BahnPark und dem Vertragspartner Contipark konnten vor Ort acht ultraschnelle HPC-Schnellladepunkte realisiert werden. Dort können Elektroautos mit einer Leistung von bis zu 300 kW mit 100 % Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart geladen werden. In Abhängigkeit vom E-Fahrzeug ermöglicht dies die Versorgung mit Strom für 100 km Reichweite innerhalb nur weniger Minuten. Der Einsatz eines lokalen Batteriespeichers entlastet das Stromnetz in Zeiten eines hohen Energieangebots, reduziert den Netzausbaubedarf sowie Kosten und Zeit für die Realisierung von Schnellladehubs.

„Schnellladen im urbanen Raum ist die Voraussetzung für die Akzeptanz der Elektromobilität“, sagt Thomas Speidel, Geschäftsführer von ADS-TEC Energy. „Wie hier am Bahnhof in Zuffenhausen, stellen begrenzter Platz und der fehlende Netzanschluss eine Herausforderung dar. Mit unseren Systemen braucht es keinen vorherigen Netzausbau. Die integrierte Flexibilität der Speicher sorgt für hohe Ladeleistungen und dient zugleich als Multi-Tool für die Energiewende. Als Hersteller aus Baden-Württemberg freuen wir uns besonders über dieses Projekt im Schulterschluss mit der Region.“ Peter Guse, Senior Director Business Development von Vector Informatik, erläutert: „Elektrofahrzeuge reduzieren lokale Emissionen und den Verbrauch fossiler Kraftstoffe, aber sie belasten unsere Stromnetze zusätzlich, die dafür nicht ausgelegt wurden. Mit dem intelligenten Lademanagement vCharM von Vector lösen wir nicht nur dieses Problem im Projekt durch zeitliche Entkopplung von Ladeverbrauch und Stromerzeugung, sondern unterstützen die Dekarbonisierung durch gezielte Abnahme überschüssigen regenerativen Stroms.“

Perspektivisch wollen die Stadtwerke Stuttgart den urbanen Schnellladepark in Zuffenhausen weiterentwickeln, sodass Kundinnen und Kunden von unterschiedlichen Marktpreisen an der Strombörse direkt profitieren können: Geplant ist im Jahr 2026 unter anderem die Einführung dynamischer Ladeoptionen. So wird die Batterie der Ladestation dann geladen, wenn der Ökostrompreis verhältnismäßig niedrig ist. Sektorübergreifend ist zudem die Integration von Photovoltaik-Lösungen am Hub vorgesehen. Auch die Rückspeisefähigkeit der Batteriespeicher zu nutzen, ist in Planung. Sie würden dann also nicht nur geladen werden können, sondern zur Stabilisierung des Netzes bei Bedarf auch elektrische Energie ins Netz zurückspeisen.

Komfortables Laden – neues Ad-hoc-Bezahlmodell

Der Standort am Bahnhof Stuttgart-Zuffenhausen ist von allen Richtungen aus gut erreichbar. Das Laden erfolgt mit 100 % Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart und ist per Ladekarte, Ladeapp (aus dem Intercharge-Verbund) oder Kreditkartenterminal nutzbar. Auch die Optionen PayPal, Apple Pay und Google Pay sind ab sofort verfügbar. Zudem sorgt die neue Ad-hoc-Zahlung per QR-Code auf dem Smartphone für einen höheren Bezahlkomfort. Mit Ad-hoc-Zahlung, SWS-Ladekarte sowie Kreditkarte ist im Aktionszeitraum bis Ende Dezember 2025 zudem das Laden für 45 Cent pro kWh möglich.

Die Stadtwerke Stuttgart

Die Stadtwerke Stuttgart-Gruppe treibt seit ihrer Gründung im Auftrag der Landeshauptstadt die Energiewende voran und setzt sie zusammen mit ihrer Tochter Stuttgart Netze konsequent um – kommunal und bürgernah. Unter dem Dach der Stadtwerke Stuttgart GmbH operieren die Stuttgart Netze GmbH, die Stadtwerke Stuttgart Vertriebsgesellschaft mbH, die Energiedienste der Landeshauptstadt Stuttgart GmbH sowie zehn Wind- und Photovoltaikgesellschaften als Motoren der Energiewende. Mit gebündelten Kräften investieren die Stadtwerke Stuttgart in die ressourcenschonende Energieerzeugung, betreiben Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen, bieten Lösungen zur Wärmeerzeugung sowie zur Steigerung der Energieeffizienz und beliefern Privat- und Gewerbekunden mit Ökostrom und Erdgas. Zudem treiben die Stadtwerke die Elektromobilität voran mit der Installation von Ladeinfrastruktur und dem Elektroroller-Mietangebot stella-sharing.