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Kooperation im Bereich IT und KI

Referenzarchitektur für KI-Rechenzentren

05.06.2026

Siemens hat gemeinsam mit Nvidia und Fluence unter Berücksichtigung von an nVent ausgerichteten Designaspekten ein Nvidia DSX Vera Rubin-konformes Referenzdesign entwickelt. Dieses setzt die Vision einer KI-Fabrik von Nvidia in eine einsatzfähige, industrialisierte Elektro-, Energie- und Steuerungsarchitektur für Hyperscaler, Colocation-Anbieter und spezialisierte Cloud-Infrastrukturanbieter um.

Da KI-Fabriken in der Rechenzentrumsbranche immer mehr an Bedeutung gewinnen, definieren zukunftsweisende Plattformen wie Nvidia Vera Rubin NVL72 die infrastrukturellen Anforderungen neu und verschieben die technologischen Grenzen, vor allem in den Bereichen Energie und Kühlung. Eigentümer und Betreiber von KI-Fabriken sehen sich mit einer neuen Betriebsrealität konfrontiert, die durch Standortwahl, Netzanbindungsstrategie, Kapitaleffizienz und Zeit bis zur ersten Umsatzgenerierung geprägt ist. Gleichzeitig müssen sie eine Reihe neuer und sich entwickelnder Technologien in Einklang bringen.

Mit einer Gesamtkapazität von 136 MW und einer IT-Last von 100 MW bietet das Siemens-Referenzdesign für Nvidia DSX Vera Rubin NVL72 eine durchgängige Elektro-, Energie- und Steuerungslösung, die den gesamten Weg vom Netzanschluss (Nennspannung 34,5 kV) über die Mittelspannungsverteilung und modulare Niederspannungs-Stromversorgungsblöcke bis hin zur Rack-Schnittstelle abdeckt. Dank einer zugrundeliegenden Architektur, die auf gleichzeitige Wartbarkeit nach Tier III-Standard abzielt, kann jede einzelne Komponente außer Kraft gesetzt werden, ohne den IT-Betrieb zu beeinträchtigen. Da die Lösung auf wiederverwendbaren, skalierbaren elektrischen Bausteinen basiert, die an Nvidia DSX Vera Rubin Deployment-Einheiten angepasst sind, kann die Kapazität phasenweise vom anfänglich zweistelligen bis hin zum dreistelligen Megawattbereich oder darüber hinaus erhöht werden – und zwar ohne grundlegende Neugestaltung. Das Referenzdesign enthält nVent-konforme elektrische Designparameter, um die Kompatibilität mit Nvidia-Workloads und -Systemarchitekturen zu gewährleisten; fortschrittliche Wärmemanagement-Funktionen sind für eine spätere Erweiterung geplant.

„nVent hat weltweit mehr als zwei Gigawatt an Flüssigkeitskühlleistung installiert“, sagte Sara Zawoyski, President, nVent Systems Protection. „Dank dieser Betriebserfahrung können wir Partnern wie Siemens dabei helfen, Referenzarchitekturen in einsatzfähige thermische Lösungen umzusetzen, die vom ersten Tag an in dieser Größenordnung zuverlässig funktionieren. Plattformen wie Nvidia Vera Rubin NVL72 ermöglichen Rack-Dichten, die weit über das hinausgehen, was herkömmliche luftgekühlte Infrastrukturen bewältigen können.“

Die DSX Vera Rubin-Referenzarchitektur ermöglicht es Eigentümern und Betreibern von KI-Fabriken, KI-Infrastrukturen mit sehr hoher Dichte schneller, mit geringerem Risiko und höherer Vorhersehbarkeit bereitzustellen und gleichzeitig langfristige Flexibilität für künftige IT-Generationen und sich wandelnde Energieanforderungen zu wahren. Es wurde zur Unterstützung von DSX MaxLPS entwickelt und ermöglicht es KI-Fabriken, die Rechenleistung und die Token-Produktion innerhalb festgelegter Leistungsgrenzen zu maximieren. Ein Hauptziel besteht darin, die Bereitstellungszeiten zu verkürzen und das Ausführungsrisiko zu verringern.

„Das umfassende Know-how von Siemens in den Bereichen Energiesysteme und Steuerungstechnik, modulare Infrastruktur, Schutz und industrialisierte Bereitstellung zeigt sich besonders in dieser neuen gemeinsamen Referenzarchitektur“, sagte Ruth Gratzke, President, Siemens Smart Infrastructure USA. „Mit unseren vorgefertigten, werkseitig geprüften Mittel- und Niederspannungs-Skids ist es möglich, den Montageaufwand vor Ort zu minimieren, die Inbetriebnahmezyklen zu verkürzen und die Qualität, Sicherheit und Wiederholbarkeit bei allen Deployments zu verbessern. Darüber hinaus sorgen unsere Automations- und Digital-Twin-Strategien, die in dieser Referenzarchitektur zum Einsatz kommen, dafür, dass Anlagen schneller und mit höherem Token-Produktionspotential in Betrieb genommen werden.“

Als Teil des Konzepts bietet der Batterieenergiespeicher von Fluence die Flexibilität und Resilienz, die KI-Fabriken brauchen, um in Umgebungen mit eingeschränkter Stromversorgung zuverlässig zu funktionieren und rasch zu skalieren.
 
„Unsere Smartstack-Plattform spielt in dieser neuen Architektur eine zentrale Rolle und macht das Stromnetz zu einem wichtigen Faktor bei der Beschleunigung der Berechnungszeit“, sagte Jeff Monday, Chief Growth Officer bei Fluence. „Durch die Bereitstellung wesentlicher Funktionen wie Spannungs- und Frequenzstützung bei Netzstörungen, Schwarzstartfähigkeit, intelligentes Lastmanagement und KI-gestützte Lastglättung ermöglichen wir unseren Kunden, die KI-Fabriken der Zukunft schneller und zuverlässiger aufzubauen.“

Darüber hinaus ist das Design eng in eine zentralisierte Integrated Data Center Management Suite eingebunden, die einen zentralen Überblick über die Stromversorgungs-, Kühlungs- und Recheninfrastruktur bietet. Siemens bringt jahrzehntelange Erfahrung mit elektrischen Systemen für die Industrie und intelligenter Infrastruktur in den Rechenzentrumssektor ein. Das umfassende Portfolio, das von der Mittel- und Niederspannungsstromverteilung bis hin zu fortschrittlicher Automations- und Energiemanagementsoftware reicht, ermöglicht einen zuverlässigen, effizienten und nachhaltigen Betrieb von unternehmenskritischen Anlagen. Durch die Kombination von IoT-fähiger Hardware, KI-Anwedungen, Cloud-gestützter Software und umfassenden digitalen Services gibt Siemens Rechenzentrumsbetreibern die Möglichkeit, ihre Transformation zu beschleunigen und zuverlässig zu skalieren, um die anspruchsvollen Infrastrukturanforderungen von KI-getriebenen Arbeitslasten zu erfüllen.