Skip to main content 
Bild: Reisser
Regenerative/Alternative Energien | Wärmepumpen | Personen und Firmen | Produkte

Plädoyer für erneuerbare Energien und Wärmepumpen (1)

06.05.2024

Über Wärmepumpen wird viel nachgedacht – in der Politik, in der Bevölkerung, in der Baubranche. Heizungsbauer Michael Weber aus Willstätt bei Offenburg hat schon mehr als 2000 Wärmepumpen in Betrieb genommen. Er ist von der Technologie überzeugt und will auch andere Handwerker dafür gewinnen, sich intensiver dem alternativen und „grünen“ Heizsystem anzunehmen.

Zwar führt Michael Weber einen klassischen SHK-Betrieb, am liebsten macht er aber erneuerbare Energie: „Meine Philosophie: Ich versuche das Beste und das Machbare für meinen Kunden herauszusuchen, langfristig gesehen und auch finanziell.“ Er gehörte zu den ersten Handwerkern in Deutschland, die Anfang der 1990er thermische Solaranlagen bauten, auch groß dimensioniert. „Wenn etwas Neues kommt, schaue ich mir das sofort an. Für Brennwerttechnik habe ich mich von Anfang an interessiert. Moderne Sachen einbauen, das ist mein Steckenpferd – damit die Leute an günstige Energie kommen und Geld sparen!“

Im Urlaub stellte er 2006 in Spanien fest, dass in heißen Ländern kaum Solaranlagen verbaut werden – und ging dem nach. Er erinnert sich: „Dort gibt es fast in jedem Haus Klimaanlagen, zum Heizen und Kühlen. Dadurch kam ich verstärkt in Kontakt mit Luft-Wasser-Wärmepumpen, zumal dort schon viele Hersteller auf den Markt drängten – mit leistungsstärkeren Modellen und effizienterer Arbeitsweise.“ Daraus wurde ein Geschäftsmodell: Weber wanderte 2007 nach Spanien aus, um dort 15 Jahre tätig zu sein. Er übernahm Serviceaufträge und half Kollegen bei Planungen, Inbetriebnahmen und Störfällen.

Nach der Rückkehr nach Deutschland gründete er 2023 „Weber Haustechnik“ mit Sitz in Willstätt bei Offenburg. Mit dem Knowhow zur Wärmepumpe, das er sich über Jahrzehnte angeeignet hat, will er nun Kollegen schnell und preiswert helfen, sein Wissen und die Erfahrung weitergeben. Weit über 2000 Anlagen hat er schon in Betrieb genommen, darunter Geräte verschiedener Hersteller. „Ich finde jeden Fehler, lasse nicht locker, löse im Prinzip alles selbst. Das hat auch LG mitbekommen, für die ich jetzt offiziell Service und Inbetriebnahmen mache.“

Erwartungen an den Großhandel

Den Kontakt zu zuverlässigen Herstellern hat Weber immer wieder gesucht: „Ich brauche keine Sprücheklopfer, denn ich suche nach Qualität. Das ist gerade in Sachen Solar und Ölbrennwerttechnik relevant. Mit einigen Herstellern habe ich schon so einiges zusammen entwickelt.“ Und was erwartet Weber vom Großhandel? „Vernünftige Preise, schnelle Lieferbarkeit und einen, der nicht ständig Vertreter schickt.“

Zu Reisser pflegt er langjährige Treue, sieht die Niederlassung in Offenburg als starken Partner: „Da gibt es nichts auszusetzen, ich bin absolut zufrieden. Denn Reisser stellt sich auf das ein, was wir Monteure brauchen, was wir uns wünschen. Die besorgen mir sogar Teile, die sie nicht im Programm haben – das muss man einfach artikulieren.“

Warum manche Kollegen aus dem Öl- und Gasbereich bislang die Wärmepumpe scheuen, darauf hat Weber eine Antwort: „Bei der Gastherme steckt der Handwerker den Stecker ein, mehr ist nicht zu machen. Die Wärmepumpe verlangt viele Einstellungen, man muss sich elektrisch gut auskennen. Wenn ich um ein Grad Celsius erhöhe, bedeutet das bis zu 2,5 % mehr Stromverbrauch. Aber als Heizungsbauer ist man 60 Grad Vorlauftemperatur gewohnt, nun ist es ein anderes Arbeiten.“ Ob die ausführenden Firmen das überhaupt leisten können, hat die Politik nicht berücksichtigt, da ist sich Weber sicher: „Der Weg von Robert Habeck war falsch. Wenn wir erneuerbare Energien wollen, muss man erst die Spezialisten und Hersteller zusammenholen, Industrie und Handwerker befragen, bis wann sie in der Lage sind, Wärmepumpen realistisch zu realisieren.“