Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick
Die schönsten Ereignisse der Woche – von Dobrindt, Schmuddelsex, beleidigten Journalisten, dem fiktiven Staat San Escobar, einer Nonsensklage und der Extrem-Akustik in der Elbphilharmonie.

Mit Rücksicht auf jüngere Leser belassen wir es an dieser Stelle bei einem Symbolbild (Bild: Myrabella, Lizenz: CC BY-SA 3.0)
Wer hat Zeit für lange Prozesse? Zwei Edelfedern der Zeit! Dieser Kalauer musste sein, denn die folgende Geschichte ist einfach köstlich.
Am 29. April 2014 lief in der satirischen ZDF-Sendung "Die Anstalt" ein Sketch über die Interessenkonflikte deutscher Journalisten, die Mitglieder diverser US-freundlicher Lobby-Organisationen sind – und gleichzeitig kritisch über die Politik dieser Lobbyisten berichten müssten.
Die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner präsentierten auf einer Schautafel die Verbindungen dieser Journalisten mit Elite-Netzwerken. Dagegen klagten der Herausgeber der Zeit, Josef Joffe, und der Zeit-Autor Jochen Bittner. Sie sahen sich teilweise zu Unrecht in die Nähe dieser Netzwerke gerückt. Bittner bestritt außerdem, wohlwollend über eine Rede von Bundespräsident Gauck berichtet zu haben, die er selbst – gemeinsam mit anderen Redenschreibern – für Gauck erarbeitete.
Joffe und Bittner zogen durch alle Instanzen. Am 10. Januar 2017 wies der Bundesgerichtshof die Klage ab. Das Gericht stellte fest, dass Joffe und Bittner die beklagten Passagen aus dem Gesamtzusammenhang gerissen hätten. Die beiden Edelfedern interpretierten in den Sketch Äußerungen hinein, die in der Sendung nicht getroffen wurden.
Am Ende des Sketches sagt Max Uthoff: "Alles, was Josef Joffe dazu bringt, auf seinen Laptop zu kotzen, da bin ich dabei!" Joffes Laptop dürfte jetzt einen Kärcher vertragen.
Der Sketch, der Joffe und Bittner zur Weißglut trieb: Die Anstalt vom 29. April 2014 (Quelle: RaWo.info)

