Was sonst noch geschah
Kurzschluss – Der Wochenrückblick
Die schönsten Ereignisse der Woche – von Dobrindt, Schmuddelsex, beleidigten Journalisten, dem fiktiven Staat San Escobar, einer Nonsensklage und der Extrem-Akustik in der Elbphilharmonie.
Hören Sie überhaupt noch Radio, so wie früher, mit dem Ohr am Rundfunkempfänger? Oder streamen sie die Sender Ihrer Wahl? Wenn Sie Onlineradio lieber mögen, haben wir einen Tipp: radio.garden präsentiert 8.000 Internetradios aus der ganzen Welt. Hier bekommt man einen echten Gegenwert für seine monatliche GEZ-GebührRundfunksteuer für den immer und ewig zu zahlenden Rundfunkbeitrag.

Radio Garden braucht eine gewisse Rechnerleistung. Aber es lohnt sich.
Apropos Rundfunkbeitrag: Die Depublizierungspflicht steht zur Diskussion. Das sperrige Beamtenwort ist die verharmlosende Bezeichnung für eines der größten Ärgernisse im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Die Mediatheken von ARD und ZDF müssen ihre Inhalte nach exakt festgelegten Terminen löschen (depublizieren), meist nach sieben Tagen. Warum? Weil es so im Rundfunkstaatsvertrag vereinbart wurde.
Woran keiner mehr glauben wollte, ist nun eingetreten: Die Bundesländer diskutieren eine Aufhebung der Depublizierungspflicht. Die Mehrheit ist dafür, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und das Saarland schwanken noch.
Dass die Inhalte von ARD und ZDF mit den Rundfunkbeiträgen finanziert werden und deshalb den Beitragszahlern unbegrenzt zur Verfügung stehen sollten, ist eine Binsenweisheit. Ob sie in alle Staatskanzleien durchdringt, ist ungewiss.
Eine Gegenstimme genügt, um die Depublizierungspflicht zu erhalten. Zum Beispiel die Gegenstimme eines Bundeslandes, dessen Sender befürchtet, drei DVDs ihres regionalen Tatortteams weniger zu verkaufen, wenn der Tatort in der Mediathek abrufbar ist.
Dieser Talk mit Komiker Serdar Somuncu wird wohl nicht in der ZDF-Mediathek archiviert. Wegen Somuncus Vorwürfen gegen eine ZDF-Redakteurin (ab 6:40) erklärte die Betroffene am 11. Januar 2017, Somuncu verklagen zu wollen (Quelle: Javiero's Blog)

