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+++ News +++ Energiekrise

Energieexperte beurteilt Lage überaus kritisch

21.03.2022

Wie steht es derzeit um die Versorgungssicherheit in Deutschland und welche kurz- und langfristigen Wege führen aus der russischen Energie-Abhängigkeit? Dies waren die Leitfragen des Gesprächs von Dr. Felix Matthes (Forschungskoordinator am Öko-Institut, Mitglied der Kohlekommission und des nationalen Wasserstoffrates) und Jürgen Pöschk (Energietage).

Knapp 700 Personen verfolgten die erste Ausgabe der Energietage-Reihe "Orientierungswissen Energiekrise" live. „Sollte sich die Energiekrise infolge von Lieferausfällen materialisieren, haben wir für die nächsten drei Winter ein richtiges Problem“, so Dr. Felix Matthes zur aktuellen Lage einer mit 650 Teilnehmer*innen überaus gut besuchten Vorfeld-Veranstaltung der Energietage 2022. Für die nächsten drei Winter komme man aus dieser Situation auch nicht heraus. Ein Ausfall russischer Energielieferungen zöge aller Wahrscheinlichkeit einen großflächigen industriellen Abbau in Deutschland und drastische Energiebeschränkungen in der Wärmeversorgung nach sich.

Mittelfristig seien Strategien notwendig, die sich auf der Importebene am „N-1-Prinzip“ orientieren, bei der der Ausfall des größten Importeurs beherrschbar bleibt. Auch im Nachfragebereich seien erhebliche Anstrengungen der Verbrauchsreduzierung notwendig. Insgesamt seien die im Koalitionsvertrag fixierten energie- und klimapolitischen Maßnahmen beizubehalten und nun aus sicherheitspolitischen Gründen eher zu boostern, so Felix Matthes zum Abschluss des Gesprächs mit Jürgen Pöschk, dem Hauptveranstalter der Energietage. Das vollständige Gespräch ist als Video unter Energietage abrufbar.