Digitalisierung
Die nächste Runde der digitalen Transformation
Automatisierte Produktionsabläufe mit künstlicher Intelligenz, schnellere Fertigung durch 3D-Druck oder humanoide Roboter, die gefährliche Schweißarbeiten übernehmen – Deutschlands Fabriken werden digitaler.
Der wirtschaftliche Druck trifft die Industrie in einer Phase, in der sich der internationale Wettbewerb weiter verschärft. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland nach Selbsteinschätzung der Unternehmen bei Industrie 4.0 nur auf Platz drei. Ein Zehntel (10 %) der Industrieunternehmen sieht Deutschland international beim Thema Industrie 4.0 vorne. Als führende Nation bei Industrie 4.0 wird derzeit am häufigsten China genannt (34 %), und auch die USA werden von 21 % in diesem Bereich führend wahrgenommen.
Die Situation ihres eigenen Unternehmens bewerten die Befragten etwas positiver. 9 % der deutschen Industrieunternehmen sehen sich an der Spitze, 38 % eher als Vorreiter bei Industrie 4.0. Knapp die Hälfte (50 %) sieht sich umgekehrt als Nachzügler, lediglich 1 % sagt, dass das eigene Unternehmen den Anschluss verpasst habe. „China legt bei Industrie 4.0 das Tempo vor“, so Rückert. „Deutschland muss dranbleiben, mit mehr Tempo und Investitionen in Innovation und digitaler Infrastruktur.“
Unternehmen und Politik sind jetzt in der Verantwortung
Wie können Industrieunternehmen bei der Einführung von Industrie-4.0-Anwendungen besser unterstützt werden? Dafür braucht es sowohl in der Wirtschaft selbst als auch in der Politik die richtigen Weichenstellungen:
„Viele zentrale Anwendungen von Industrie 4.0 bauen heute auf KI auf oder werden durch sie deutlich leistungsfähiger. Umso wichtiger ist es, KI nicht nur punktuell zu testen, sondern sie systematisch in Produktions- und Engineering-Prozesse zu überführen – mit leistungsfähiger Infrastruktur, einheitlichen Datenstandards und qualifizierten Beschäftigten entlang der Wertschöpfungskette“, sagt Rückert. „Deutschland braucht bei industrieller KI bessere Standortbedingungen: Mehr Rechenkapazitäten, bessere Dateninfrastrukturen, umsetzbare Regeln, gezielte Fachkräftequalifizierung und einfache Förderprogramme für den Mittelstand. Jetzt geht es nicht mehr um das nächste Pilotprojekt, sondern um den breiten Einsatz von KI in der Wirtschaft und Industrie.“
Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 555 Industrieunternehmen des verarbeitenden Gewerbes ab 100 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 6 2026 bis KW 11 2026 statt.



