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Energietechnik: Blackout im Stromnetz

Deutschland ohne Strom — was dann?

29.03.2017

Einen temporären Stromausfall kennt jeder. Doch was passiert, wenn das Stromnetz gehackt wird und der Strom in ganz Deutschland über einen längeren Zeitraum ausfällt?

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Internetkriminalität zerstört Leben

Ein ähnliches Szenario beschreibt die neue Amazon-Serie „You are wanted“ mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle. Der Plot erzählt die Geschichte des glücklichen Familienvaters Lukas Franke, dessen Leben plötzlich aus den Fugen gerät.

Ein Hackerangriff, der sich zunächst gegen Berlin richtet, entpuppt sich als Komplott gegen Franke und seine Familie. Seine digitale Identität wird bei dem Angriff umgeschrieben, und das LKA verdächtigt ihn terroristischer Aktivitäten in der Vereinigung „Antipode“.

Privat- und Berufsleben sind dahin. Franke erkennt, dass er sich den Hackerattacken und Erpressungen stellen muss, um seine Familie zu beschützen und die Karriere zu retten.

Flächendeckender Blackout

Was könnte wirklich passieren, wenn der Strom großflächig ausfällt? Zuerst denkt man an komplette Dunkelheit. Doch das ist das geringste Problem, wenn das Stromnetz Cyberkriminellen zum Opfer fällt. Das ARD-Magazin „W wie Wissen“ hat sich in seiner Sendung vom 11. März 2017 genauer angesehen, welche Auswirkungen ein gehacktes Stromnetz auf unser Leben hätte.

Im Straßenverkehr fielen alle Ampeln gleichzeitig aus. Kurzfristig würde die Unfallzahl steigen, bis sich die Verkehrsteilnehmer an die neue Situation gewöhnt hätten. Der Fernverkehr auf der Schiene käme zum Erliegen, Menschen strandeten an unbekannten Bahnhöfen, Fahrstühle in Hochhäusern blieben stecken.

Doch die echten Probleme kommen erst noch.

Wenn der Sprit ausgeht

Ohne Strom sind die meisten Haushaltsgeräte unbrauchbar. Zwar ist es romantisch, bei Kerzenschein ein Buch zu lesen, doch beim Kochen wird es schon schwieriger. Wer keinen Gas-Campingkocher besitzt, kann sich vorerst keine warmen Speisen zubereiten. Das Experimentieren mit offenem Feuer würde zu einer erhöhten Anzahl an Wohnungsbränden führen. Rauchvergiftungen wären eine weitere Folge.

Das Trink- und Abwassersystem bricht ohne Strom zusammen. Pro Tag stehen jeder Person 15 Liter zu. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind es mehr. Das Wasser käme aus Notbrunnen, die meist mit Pumpen am Notstromaggregat oder mit Handpumpen betrieben werden. Das ist schweißtreibend und angesichts der Bevölkerungsdichte in der Bundesrepublik ein logistischer Kraftakt.

Die Zapfsäulen an Tankstellen liefern Benzin mit strombetriebenen Pumpen aus unterirdischen Tanks. Aus der Zapfpistole würde kein Tropfen Benzin mehr kommen. Damit wären auch Rettungskräfte wie Feuerwehr und Krankenwagen außer Gefecht gesetzt. Der Betrieb in Krankenhäusern würde aber ohne Strom sowieso nicht möglich sein.


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Autor
Name: Antje Schubert