Anzeige

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage
Frist einer wiederkehrenden Prüfung

Wann gilt eine wiederkehrende Prüfung an ortsveränderlichen Arbeitsmitteln als fristgerecht?

Prüfgeräte (beispielhaft, Bild: M. Lochthofen/ep)

Frage:

In Bezug auf die „Dringlichkeit“ einer wiederkehrenden Prüfung an ortsveränderlichen Arbeitsmitteln finde ich leider keine klare Formulierung in Bezug auf die fristgerechte Prüfung. Laut BetrSichV – § 14 Absatz 5 wird konkret definiert, dass eine Prüfung als fristgerecht durchgeführt gilt, „[...] wenn sie spätestens zwei Monate nach dem Fälligkeitstermin durchgeführt wurde.“ Im Folgesatz steht dann aber auch „Dieser Absatz ist nur anzuwenden, soweit es sich um Arbeitsmittel nach Anhang 2 Abschnitte 2 bis 4 und Anhang 3 handelt.“ Ich verstehe darunter, dass alle anderen Arbeitsmittel damit nicht dieser strengen „Fälligkeitszuordnung“ zuzuordnen sind. Ist das korrekt?

Antwort:

Ja, dem ist so. Alle anderen „normalen“ Arbeitsmittel unterliegen nicht den Anforderungen aus § 14 (5) Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) [1].

Für eben diese Arbeitsmittel, die nicht in Anhang 2 und Anhang 3 der BetrSichV Erwähnung finden, ist mir aber auch kein anderes Regelwerk bekannt, welches hier Anwendung finden könnte.

Um dem Anfragenden bei der Lösung der Frage zu helfen, könnte die Gefährdungsbeurteilung für ein Arbeitsmittel beitragen. Es werden für verschiedene Arbeitsmittel, je nach Einsatz und Verwendung, verschiedene Wiederholungsprüfungsfristen ermittelt.

Wenn eine Prüffrist auf drei Monate gesetzt ist, hat es einen Grund. Es gibt erhöhte Gefährdungen durch äußere Einflüsse, wie Verschmutzung, Feuchtigkeit, Erschütterung oder Nutzungshäufigkeit, die zu Verletzungen beim Nutzer oder Schäden an der Sache führen können. Aufgrund dieser Vorgaben, mit den Kenntnissen der Gefährdung, wäre hier eine Überziehung der Prüffrist von 0 Tagen anzusetzen.

Überträgt man diese Art der Ermittlung der Überziehung auf einen fixen Prüftermin mit einem Wiederholungsprüfungsturnus von vier Jahren, welche sich bei der ermittelten (extrem geringen) Gefährdung ergeben hat, könnte das Ergebnis lauten: Überziehung drei Monate.

Ein Freifahrtschein ist diese Vorgehensweise jedoch keinesfalls, der Unternehmer muss alles dafür tun, um die Prüfungen fristgerecht durchzuführen. Ein Arbeitsmittel, das nicht geprüft ist, darf durch den Benutzer nicht verwendet werden. Eine „geringfügige Überziehung der Prüffrist“ sollte eine begründbare, schriftlich dokumentierte, Ausnahme sein.

Literatur:

[1] Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln (Betriebssicherheitsverordnung – BetrSichV), Ausfertigungsdatum: 03.02.2015, Zuletzt geändert durch Art. 147 G v. 29.3.2017 I 626.

Autor: K. Andersen

Der Artikel wurde unserem Facharchiv entnommen.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Die Sensoren der Baureihe XX sind mit einer Reichweite von bis zu 8 m erhältlich.

Weiter lesen

Der Qualifizierer NetXpert XG2 zeichnet sich durch umfangreiche Testmöglichkeiten und ein 7"-Display aus.

Weiter lesen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage Schleifenimpedanzmessung hinter RCD Typ B

Kann eine eigentlich notwendige Isolations-, RCD- und Schleifenimpedanz-Messung wegen "Undurchführbarkeit" entfallen? Welche Normen und Vorschriften regeln diesen Sachverhalt?

Weiter lesen

+++ News +++ Online-Seminare Kostenloses Fachwissen

Das in der Entwicklung und Bereitstellung von Prüf- und Diagnoselösungen für elektrische Netzanlagen weltweit führende Unternehmen Megger bietet kostenlose Online-Seminare an.

Weiter lesen

+++ News +++ nachhaltige Schaltanlage Veltins setzt auf nachhaltige Elektrifizierungslösung

Das neue Brauereigebäude von Veltins ist mit Siemens-Energieverteilungstechnik für Mittel- und Niederspannung ausgestattet. Die dabei zum Einsatz kommende fluorgasfreie Mittelspannungsschaltanlage leistet einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Die...

Weiter lesen
Anzeige