Anzeige

Energietechnik: Blackout im Stromnetz
Deutschland ohne Strom — was dann?

Einen temporären Stromausfall kennt jeder. Doch was passiert, wenn das Stromnetz gehackt wird und der Strom in ganz Deutschland über einen längeren Zeitraum ausfällt?

Internetkriminalität zerstört Leben

Ein ähnliches Szenario beschreibt die neue Amazon-Serie „You are wanted“ mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle. Der Plot erzählt die Geschichte des glücklichen Familienvaters Lukas Franke, dessen Leben plötzlich aus den Fugen gerät.

Ein Hackerangriff, der sich zunächst gegen Berlin richtet, entpuppt sich als Komplott gegen Franke und seine Familie. Seine digitale Identität wird bei dem Angriff umgeschrieben, und das LKA verdächtigt ihn terroristischer Aktivitäten in der Vereinigung „Antipode“.

Privat- und Berufsleben sind dahin. Franke erkennt, dass er sich den Hackerattacken und Erpressungen stellen muss, um seine Familie zu beschützen und die Karriere zu retten.

Flächendeckender Blackout

Was könnte wirklich passieren, wenn der Strom großflächig ausfällt? Zuerst denkt man an komplette Dunkelheit. Doch das ist das geringste Problem, wenn das Stromnetz Cyberkriminellen zum Opfer fällt. Das ARD-Magazin „W wie Wissen“ hat sich in seiner Sendung vom 11. März 2017 genauer angesehen, welche Auswirkungen ein gehacktes Stromnetz auf unser Leben hätte.

Im Straßenverkehr fielen alle Ampeln gleichzeitig aus. Kurzfristig würde die Unfallzahl steigen, bis sich die Verkehrsteilnehmer an die neue Situation gewöhnt hätten. Der Fernverkehr auf der Schiene käme zum Erliegen, Menschen strandeten an unbekannten Bahnhöfen, Fahrstühle in Hochhäusern blieben stecken.

Doch die echten Probleme kommen erst noch.

Wenn der Sprit ausgeht

Ohne Strom sind die meisten Haushaltsgeräte unbrauchbar. Zwar ist es romantisch, bei Kerzenschein ein Buch zu lesen, doch beim Kochen wird es schon schwieriger. Wer keinen Gas-Campingkocher besitzt, kann sich vorerst keine warmen Speisen zubereiten. Das Experimentieren mit offenem Feuer würde zu einer erhöhten Anzahl an Wohnungsbränden führen. Rauchvergiftungen wären eine weitere Folge.

Das Trink- und Abwassersystem bricht ohne Strom zusammen. Pro Tag stehen jeder Person 15 Liter zu. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sind es mehr. Das Wasser käme aus Notbrunnen, die meist mit Pumpen am Notstromaggregat oder mit Handpumpen betrieben werden. Das ist schweißtreibend und angesichts der Bevölkerungsdichte in der Bundesrepublik ein logistischer Kraftakt.

Die Zapfsäulen an Tankstellen liefern Benzin mit strombetriebenen Pumpen aus unterirdischen Tanks. Aus der Zapfpistole würde kein Tropfen Benzin mehr kommen. Damit wären auch Rettungskräfte wie Feuerwehr und Krankenwagen außer Gefecht gesetzt. Der Betrieb in Krankenhäusern würde aber ohne Strom sowieso nicht möglich sein.

Das Bargeld kehrt zurück, aber nur für kurze Zeit

An die elektronische Zahlweise haben wir uns inzwischen gewöhnt. Doch das Bargeld käme schlagartig zurück, denn die elektronischen Bezahlsysteme funktionieren nicht mehr. Etwa eine Woche lang könnte man in den Banken Bargeld holen. Dann wären auch hier die Reserven erschöpft, denn Nachschub kann ohne Transporter nicht gebracht werden.

Und was kauft man mit dem Geld? Es bleiben wohl nur Konserven. Frisches Fleisch ist nur so lange lieferbar, wie die Nutztiere überleben und geschlachtet werden. In der Bevölkerung würde eine Endzeitstimmung entstehen. Verzweiflung macht sich breit.

Doch das ist noch nicht das Ende.

Uns zivilisierten Menschen fiele es zwar schwer, in der Natur zu überleben. Aber unsere Vorfahren zeigten uns, was möglich ist. Unser Wissen gibt uns einen gewaltigen Vorsprung, und unsere Mittel zum Überleben sind wesentlich effizienter.

Das Schlimmste kommt zum Schluss: Der Gau

Den Kernkraftwerken droht die atomare Katastrophe. Ein lang anhaltender Stromausfall hat im Reaktor ein Problem zur Folge, das kaum jemand bedenkt. Die Brennstäbe müssen dauerhaft gekühlt werden, bis die Stromversorgung wieder hochgefahren ist.

Um dies zu gewährleisten, sind Notstromaggregate erforderlich. Doch im Dauerbetrieb könnten die Generatoren schnell kaputt gehen, oder die Spritreserve reicht nicht aus, um den Zeitraum ohne Strom zu überbrücken.

Der Ausfall der Kühlung führt zur Überhitzung der Brennstäbe. Es kommt zur Kernschmelze. Am 26. April 1986 ereignete sich eine solche Kernschmelze im ukrainischen Atomkraftwerk in Tschernobyl. Die verheerenden Folgen tragen Land und Menschen noch heute.

Bleibt zu hoffen, dass die weltweiten Stromnetze gut gesichert sind und es für den Notfall einen Plan gibt.

Kommentare

botMessage_toctoc_comments_926
Anzeige

Nachrichten zum Thema

Neue Produkte Lauter Sprecher

Der Türlautsprecher Plus ermöglicht auch bei lauten Motorengeräuschen eine gute Verständigung.

Weiter lesen

Die Sensor-USV ist eine kompakte Lösung zur Vermeidung von Datenverlusten und aufwendigen Neujustierungen.

Weiter lesen

Im Zusammenhang mit der Energiewende wird häufig – gerne mit Stolz und einer gewissen Befriedigung – auf die inzwischen hohe Kapazität von Photovoltaik-Anlagen im deutschen Verbundnetz verwiesen.

Weiter lesen

In Delray Beach im US-Bundestaat Florida krachte ein Tesla Model 3 in einen Lkw – der Tesla-Fahrer starb. Im Mai 2016 ereignete sich bereits ein ähnlicher Unfall mit einem Model S.

Weiter lesen

Diese Norm übernimmt die 6. Ausgabe der Internationalen Norm CISPR 11 (Ausgabe 2015) mit gemeinsamen europäischen Abänderungen und die Änderung 1 zu dieser Norm.

Weiter lesen
Anzeige