Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Witterungsabhängigkeit der Stromversorgung und Folgen: Wetter, Wind und Sonne – Daten und Tendenzen (1)
Im ep-Dossier „Technik der Energiewende“ [1] wurde an Hand aktueller Zahlen dargelegt, was es damit auf sich hat, wie die Aussichten sind, wo die Hoffnungen und Grenzen liegen und wie weit die „Wende“ bereits vollzogen ist.
Nun bleiben aber aktuelle Zahlen niemals dauerhaft aktuell. Nachfolgend sollen daher sowohl die Entwicklung fortgeschrieben als auch bei dieser Gelegenheit noch einige Zusammenhänge genauer erläutert werden, die zu betrachten sind, wenn die Stromerzeugung von Klima und Wetter abhängig wird.
Inzwischen wurden vom BDEW die neuen Stromzahlen herausgegeben.
Neueste Daten, Trends, Tendenzen, Statistiken
Es fällt Folgendes auf:
- Bei der Windkraft wurden in 2016 weitere 5,2 GW installiert, entsprechend 2,6 % der gesamten installierten Leistung.
- Bei der Photovoltaik waren es 1,5 GW (0,8 %) mehr.
- Windkraftanlagen an Land haben aber 13,2 TWh (17 %) weniger Energie eingespeist als im Vorjahr.
- Windkraftanlagen auf See dagegen speisten 3,7 TWh mehr Energie ins Netz (+ 0,7 % an der gesamten Stromerzeugung).
- Die Photovoltaik erlitt eine Einbuße von 0,3 TWh (3,7 %).
Dies kann nun daran liegen, dass die beschriebene Marktsättigung [1] zu vermehrten Abregelungen von Solar- und Windkraftwerken geführt hat; es kann aber auch am Wetter gelegen haben.
Auch ist zu beachten, dass Deutschland insgesamt 2,2 % weniger Strom verbraucht hat als 2015. Der Anteil der Regenerativen hieran ist jedoch von 32,6 % auf 32,1 % gefallen. Deren Rückgang war also steiler als der der gesamten Erzeugung. Oberflächlich betrachtet, wäre vielmehr zu erwarten – und zu erhoffen – gewesen, dass die Konventionellen, entsprechende Mengen Brennstoff einsparend, den Rückgang allein schlucken und die Regenerativen weiterhin stets eingespeist werden, wenn sie verfügbar sind.
Ihr Anteil ist aber überproportional gefallen. Lag dies nun an der Verfügbarkeit, also am Wetter?
Der Zusammenhang mit dem Wetter
Um dieser Frage nachzugehen, wurden Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besorgt. Dieser zeigte sich sehr kooperativ – und ergiebig. Die Datenbanken sind reichhaltig gefüllt.

