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Bild: unsplash.com/ mrjn Photography
Energietechnik/-Anwendungen | Warmwasser

+++ News +++ Tipps für geringen Wasserverbrauch

Wasser sparen: Umweltbewusst und kosteneffizient

08.05.2023

Stefan Materne, Experte der Energieberatung der Verbraucherzentrale, gibt wertvolle Hinweise, wie Privathaushalte ihren Wasserverbrauch reduzieren können.

Wasser ist eine unverzichtbare Ressource für jegliches Leben. Laut dem Statistischen Bundesamt beträgt der tägliche Wasserverbrauch pro Person in Deutschland durchschnittlich 128 l. Angesichts dessen, dass Wasser eine kostbare Ressource darstellt, ist es von großer Bedeutung, achtsam und sparsam damit umzugehen. Etwa die Hälfte des gesamten Wasserverbrauchs entfällt auf die Körperpflege (36 %) sowie das Waschen von Kleidung (12 %). Stefan Materne betont, dass es hierbei gute Möglichkeiten gibt, im Alltag kaltes und warmes Wasser zu sparen und dadurch sowohl den Verbrauch als auch die Kosten zu reduzieren. Im Haushalt müssen für jeden Kubikmeter Wasser, der verbraucht wird, auch Abwassergebühren bezahlt werden. Das Sparen von warmem Wasser lohnt sich besonders, da es dreifache Einsparungen ermöglicht: Ersparnisse beim Verbrauch von Trinkwasser, Abwasser sowie den gestiegenen Energiekosten für das Erwärmen des Wassers.

Tipps und Tricks für mehr Umweltschutz und finanzielle Einsparungen

Wenn man das Wasser beim Einseifen der Hände oder beim Zähneputzen abstellt, kann man verhindern, dass 15 bis 20 l Wasser ungenutzt in den Abfluss fließen. Durch dieses Verhalten kann man den Wasserverbrauch um bis zu 70 % senken. Ein Einhandmischer, der einen leichten Widerstand bietet, anstatt zwei getrennte Griffe für warmes und kaltes Wasser, erleichtert das Einstellen der Wassertemperatur und minimiert die Notwendigkeit häufiger Nachregulierungen. Elektronische Armaturen helfen ebenfalls dabei, den Wasserfluss zu kontrollieren, da Wasser nur fließt, wenn jemand seine Hände unter den Wasserhahn hält. Allerdings sind diese Maßnahmen kostenintensiver und lohnen sich vor allem in stark frequentierten Bereichen. Im Vergleich zu einem Vollbad, bei dem etwa 140 l Wasser benötigt werden, fließen durch einen Duschkopf nur etwa 20 l pro Minute. Wenn man außerdem einen Sparduschkopf verwendet, kann man den Wasserverbrauch noch weiter reduzieren. Diese Duschköpfe verfügen über integrierte Durchflussmengenbegrenzer oder Luftsprudler, die die Menge an Wasser, die durch den Duschkopf fließt, erheblich reduzieren. Obwohl der Wasserstrahl durch die Luftbeimischung wie gewohnt bleibt, wird die Wassermenge auf 8 bis 10 l pro Minute reduziert. Durch diese Maßnahme kann der Wasserverbrauch bei gleichem Komfort halbiert werden. Es gibt auch Duschköpfe mit einem Stoppknopf, um den Wasserfluss während des Einseifens zu unterbrechen. Sparbrausen sind jedoch nicht für drucklose Speicher oder Durchlauferhitzer geeignet, da hier der normale Fließdruck aufrechterhalten werden muss, um Störungen zu vermeiden. Etwa 12 % des Trinkwassers, das in Privathaushalten verwendet wird, fließen in die Waschmaschine. Es ist ratsam, die Waschmaschine immer vollständig zu beladen und ein Sparprogramm auszuwählen, um Wasser und Strom zu sparen. Obwohl Sparprogramme in der Regel länger dauern, sind sie dennoch effizienter. Um das richtige Programm zu finden, sollte man einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen, da die Bezeichnungen der Programme von Hersteller zu Hersteller variieren können. Es ist auch empfehlenswert, auf Vorwäschen zu verzichten und stattdessen hartnäckige Flecken vorzubehandeln.

Wassermanagement für eine nachhaltige Zukunft

Ältere WC-Spülkästen sind bekannt dafür, große Mengen Wasser zu verschwenden. Wenn man davon ausgeht, dass eine Person das WC fünf Mal pro Tag nutzt, dann verbraucht ein solcher Spülkasten ungefähr 45 l Wasser - das entspricht etwa einem Drittel des täglichen Wasserbedarfs einer Person. Im Gegensatz dazu verbrauchen Zwei-Mengen-Spüler oder Spül-Stopp-Tasten nur noch 3 bis 6 Liter Wasser pro Spülgang. Mit dieser Technologie kann der Wasserverbrauch um 30 bis 50 % reduziert werden, ohne dass die Hygiene beeinträchtigt wird. Durch den Einsatz dieser sparsamen WC-Spülungen kann eine vierköpfige Familie bis zu 40.000 l Trinkwasser pro Jahr einsparen. Die Investition in die neue Technologie amortisiert sich in weniger als einem Jahr. Etwa 5 l Wasser benutzen wir täglich zum Kochen und Trinken. Ein größerer Teil fällt mit jeweils8 l beim Geschirrspülen und Putzen an. Um 12 Gedecke per Hand zu spülen, werden bis zu 50 l Wasser benötigt. Darüber hinaus benötigt es bis zu 2,5 kWh Strom, um das Wasser zu erhitzen. Im Vergleich dazu verbraucht ein Geschirrspüler für die gleiche Menge Geschirr durchschnittlich etwa 19 l Wasser und bis zu 1,4 kWh Strom. Das bedeutet eine Einsparung von bis zu 31 l Trinkwasser und 1,1 kWh Strom. Um diese Einsparungen zu erreichen, sollten Sie eine optimale Spülmitteldosierung verwenden und Sparprogramme nutzen. Entfernen Sie Speisereste vom Geschirr, bevor Sie es in den Geschirrspüler stellen, um Wasser zu sparen. Es ist äußerst selten notwendig, bei extrem verschmutztem Geschirr einen zusätzlichen Vorspülgang zu verwenden, der den Wasserverbrauch erhöhen würde. Um Wasser beim Reinigen von Gemüse, Obst oder Salat zu sparen, empfiehlt es sich, nicht unter fließendem Wasser zu spülen, sondern eine Schüssel mit Wasser zu verwenden. Durch Einweichen lösen sich leichter sowohl leichte als auch hartnäckige Anhaftungen, sodass das Waschwasser effizienter genutzt werden kann. Nach dem Spülen im Sieb kann das Wasser häufig noch als Blumengießwasser wiederverwendet werden.