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Energietechnik/-Anwendungen | Heizungs- und Wärmetechnik | Warmwasser

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Energiesparmythen auf der Spur – Teil 2

15.03.2023

Die meiste Energie nutzen private Haushalte für Raumheizung und Warmwasserbereitung. Gute Wärmedämmung und effizientes Heizen helfen dabei, den Energieverbrauch zu minimieren. Im 2. Teil der Serie schauen sich die Experten der Energieberatung der Verbraucherzentrale die größten Energiesparwunder an und ordnen sie ein.

Mythos 1: Chemische Zusätze im Heizungswasser sparen Energie ein.
Enorme Energieeinsparungen versprechen Hersteller von Zusätzen oder Flüssigkeiten, die das Heizungswasser vollständig ersetzen sollen. Kann das stimmen? „In den aller-meisten Heizungsanlagen sind chemische Zusätze oder Ersatzflüssigkeiten unnötig, und Energie wird damit auch nicht eingespart.“, sagt Martin Brandis, Experte der Energie-beratung der Verbraucherzentrale. Oftmals sind derartige Wundermittel auch noch teuer. So muss in einem Einfamilienhaus in der Regel mit einem vierstelligen Betrag gerechnet werden. Und das bei zweifelhaftem Nutzen. Der Wärmeverlust des Gebäudes und die Temperaturen in der Heizungsanlage sind maßgeblich für den Energiever-brauch. Die Wärmeverluste der Heizungsanlage lassen sich durch eine Begrenzung der Temperaturen sowie eine gute Wärmedämmung der Heizungsrohre niedrig halten. Bei Öl- und Gaskesseln spielt außerdem die Abwärme über den Schornstein eine Rolle. Welche Flüssigkeit im Heizkörper zirkuliert, spielt dabei keine Rolle.

Energieexperte Martin Brandis rät: „Wer Energie sparen will, sollte einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen und die Vorlauftemperatur der Heizung dem Wärmebedarf entsprechend absenken“. Mythos 2: Ein Sparduschkopf spart warmes Wasser ein.
Auf die Bereitung von Warmwasser gehen etwa 15 % der Energiekosten eines Haushaltes. Das meiste davon wird im Haushalt zum Baden oder Duschen benötigt. Schon mit ein paar Verhaltensänderungen lässt sich der Warmwasserverbrauch leicht reduzieren. Tipp 1: Kurzes Duschen statt ausgiebiges Baden: Eine normale Badewanne fasst etwa 140 l Wasser. Ein handelsüblicher Duschkopf hat einen Wasserdurchfluss von zehn bis 15 l pro Minute. Läuft die Dusche also weniger als 9 Minuten, verbraucht eine Dusche weniger Wasser als ein Bad. Tipp 2: Die Durchflussmenge macht‘s: Ein Sparduschkopf verringert den Warmwasserverbrauch. Je nach Modell und Wasserdruck kann die Durchflussmenge um die Hälfte reduziert werden. Bei herkömmlichen Duschköpfen fließen etwa 10 bis 15 l Wasser pro Minute. Wellness- oder Regenduschen befördern sogar bis zu 20 l in der Minute in den Abfluss. Martin Brandis: „Obwohl nur 6 bis 7 l Wasser pro Minute verbraucht werden, kann das Duschen mit dem Sparduschkopf genauso angenehm und das Strahlbild erhalten bleiben. Zum Einsatz kommen dafür verschiedene Techniken. Dazu gehört die Verwendung spezieller Düsen oder die Beimengung von Luft zum Wasserstrahl.“ Mythos 3: Mit Energiesparfarbe lässt sich der Heizenergieverbrauch verringern.
In der Werbung versprechen Hersteller spezieller Anstrichen immer wieder, dass mit ihren Produkten Heizenergie eingespart werden könne. Während die nachträgliche Wärmedämmung meist mit einer aufwändigen Sanierung einhergeht, verheißen Energiesparfarben einen Wärmeschutz zu deutlich günstigeren Preisen. Martin Brandis: „Um in Bestandsgebäuden den Heizenergiebedarf nennenswert zu reduzieren, ist eine nachträgliche Dämmung erforderlich. Sinnvoll für die Außenwände ist beispielsweise ein Wärmedämmverbundsystem“. Ein Anstrich kann die nachträgliche Wärmedämmung nicht ersetzen. Bestenfalls wird damit ein zusätzlicher Nutzen erzielt. Die merkliche Einsparwirkung allein durch einen Anstrich schließt der Experte aus. Maßgeblich für die Wirksamkeit einer Wärmedämmung ist der U-Wert, der von der Wärmeleitfähigkeit des Materials und der Dicke der Dämmung bestimmt wird. Da ein Anstrich nur wenige Millimeter dick ist, während eine typische nachträglich angebrachte Dämmschicht 150 bis 200 mm erreicht, kann die Dämmfarbe nur einen sehr begrenzten Einfluss auf den Hitze- und Kälteschutz haben.