IP-Kameras in der Praxis
Von der analogen zur digitalen Videotechnik
Durch neue dezentralisierte Konzepte können Netzüberlastungen verringert werden. Der Trend zur IP-basierten Megapixelkamera hält weiter an.
Gleichzeitigkeit
IP-Kamerasysteme ermöglichen es mit minimalem Aufwand, Live-Bilder an mehrere Nutzer zu senden, aufzuzeichnen und zu recherchieren und das gleichzeitig von jedem Ort der Welt mit Netzwerkanbindung aus.
Mikrophon, Lautsprecher und Schaltkontakte
Sind in die Kamera ein Mikrophon und ein Lautsprecher integriert, ist mit ihr über das Internet lippensynchrone SIP-Telefonie (SIP: Sessin Initiation Protocol) möglich. Vom Mikrophon aufgenommene charakteristische Geräusche (z. B. Klirren von Glas bei einem eingeschlagenen Fenster) lassen sich als Alarmkriterium verwerten. Über den Lautsprecher können Warnungen ausgegeben werden, z. B. Sirenensound oder Sprachdurchsagen.
Oft sind Schaltkontakte in die Kamera integriert, die beispielsweise zur Zugangskontrolle einen Türöffner aktivieren oder zur Bildqualitätsverbesserung einen Scheinwerfer einschalten.
Spezialkameras
Die Bildqualität von Farbkameras setzt ausreichend starkes Tageslicht voraus.
Nachts, bei mäßiger Beleuchtung werden die Bildfarben flau (entsättigt) und das Bildrauschen nimmt zu. Abhilfe bringen hier hochsensitive Schwarz-Weiß-Bildaufnahmechips, die lichtempfindlicher (meist im Infrarotbereich) und meist höher aufgelöst sind. In sogenannten „Day & Night“-Cameras sind beide Kameratypen in einem Gehäuse integriert (Bild 3). Ihre Auswahl erfolgt automatisch oder manuell.
Ist das verfügbare Restlicht zu schwach, kann ein Infrarotscheinwerfer die Szene für die S/W-Kamera ausleuchten. Aber auch für thermografische Aufnahmen in Anwendungen des Brandschutzes sind derartige Doppelkameras einsetzbar. Bild 4
zeigt die Bilder einer Kamera des Herstellers Mobotix zur Überwachung eines Hackschnitzelbunkers in einem Heizkraftwerk. Deutlich ist im linken Bild das Hitzenest als schwelende Vorstufe eines offenen Brandes zu erkennen.
Power over Ethernet (PoE) und drahtloses Netzwerk
Besonders praktisch ist die Stromversorgung der Kamera über das Ethernet-Anschlusskabel. Dieses übernimmt dabei zwei Aufgaben: Datentransport und Übertragung der Betriebsenergie. Damit entfällt die Notwendigkeit, zum Installationsort der Kamera auch eine Stromversorgungsleitung zu legen.
Besonders variabel sind IP-Kameras mit einer WLAN-Schnittstelle. Sie lassen sich drahtlos überall im Abdeckungsbereich eines WLANs installieren. Lediglich eine Steckdose für die Stromversorgung ist erforderlich. In besonderen Fällen (z. B. bei temporärem Einsatz) ist auch eine Batterie- oder Akkuversorgung denkbar.

