Aus dem Facharchiv: Lernen & Können
Typische Fehler in der Elektroinstallation – Ersatzstrom- und USV-Anlagen
Ersatzstromversorgungsanlagen kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn die Hauptstromversorgung ausgefallen ist und bestimmte Einrichtungen davon nicht betroffen sein dürfen.
USV-Anlagen
Vor allem bei hohen Anforderungen an die Verfügbarkeit, z. B. bei
- Computernetzwerken (Bild),
- Telekommunikationseinrichtungen oder
- Maschinen und Prozessanlagen
sowie dort, wo durch Ausfall der öffentlichen Energieversorgung das Leben oder die Gesundheit und Sicherheit von Menschen gefährdet ist, z. B. in Krankenhäusern, werden USV-Anlagen eingesetzt. Hier versorgt die USV-Anlage bei Stromausfall ohne Spannungsunterbrechung für eine begrenzte Zeit sicherheitstechnische Einrichtungen mit Strom, wie z. B. Beatmungsgeräte oder auch die Sicherheitsbeleuchtung. Die Sicherheitsstromversorgung gewährleistet durch ein separates unabhängiges Netz von Kabeln und Leitungen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, um bei Stromausfall den Betrieb von elektrischen Anlagen und Einrichtungen für Sicherheitszwecke weiterhin aufrecht zu erhalten. Die Sicherheitsstromversorgung ist für medizinische Bereiche (Krankenhaus, Klinik, Pflegeheim, usw.) vorgeschrieben und dient dem Schutz der Patienten, der Mitarbeiter und Besucher. Der Betreiber ist verantwortlich für die Funktionsfähigkeit dieser Anlagen durch gesch! ultes Personal.
Kriterien für die Planung
Leider zeigen viele Schadenfälle, dass USV-Anlagen aufgrund falscher Dimensionierung oder mangelnder Instandhaltung häufig versagen oder auch selbst zur Brandgefahr werden können. Deshalb sollten bereits bei der Planung folgende Informationen berücksichtigt werden:
- Angaben über das speisende Netz (z. B. Größe und Häufigkeit von Netzstörungen wie Ausfälle, Netzeinbrüche, Spannungsschwankungen, Spannungsverzerrungen und Spannungsspitzen, Einbindung von Eigenerzeugungsanlagen): Werden Eigenerzeugungsanlagen betrieben (z. B. PV-Anlage) ist eine entsprechende Koordination bei Netzausfall zu berücksichtigen.
- Art der Verbraucher (z. B. kapazitive oder induktive Verbraucher, Höhe des Anlaufstroms, Verträglichkeit gegenüber Netzunterbrechungen): Viele PC, Server und EDV-Netzwerke haben keine Probleme mit Netzunterbrechungen von bis zu 20 ms und weisen eine gewisse Festigkeit gegen weitere Netzstörungen auf, wohingegen Relais in Selbsthaltung bei diesen Zeitdauern abschalten. Dies hat oft Konsequenzen hinsichtlich Personen, Produktions, Umwelt sowie Sachschäden und deren Folgekosten.
- Angaben über die Dimensionierung für USV: Es gilt die effektiven Leistungen der Verbraucher zu addieren unter Beachtung von Gleichzeitigkeitsfaktor und dem Scheitelfaktor hinsichtlich der linearen/nichtlinearen Verbrauchsmittel. Es sind für spätere Erweiterungen möglichst Reserven einzuplanen.
Bei der Dimensionierung müssen der Typ, die Betriebsart und der Aufbau der USV-Anlage nach den Anforderungen der angeschlossenen Verbraucher ausgerichtet sein. Außerdem sollte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgen.
- Bei USV-Anlagen ist der Schutz bei Überstrom auf der Verbraucherseite besonders zu beachten.
- Kabel und Leitungen für die Sicherheitsstromversorgung müssen getrennt von den anderen Leitungen verlegt werden. Es sollten Kabel und Leitungen mit verbessertem Brandverhalten oder nichtbrennbare Leitungen verwendet werden.
USV-Anlagen ersetzen nicht den Überspannungsschutz!

