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ZVEH-Herbstkonjunkturumfrage 2023

E-Handwerke weiter mit stabiler Konjunktur

17.10.2023

Nach der sehr guten ZVEH-Frühjahrskonjunkturumfrage 2023 hat sich die Stimmung in den E-Handwerken zum Herbst hin leicht eingetrübt. Die Gründe dafür dürften eher in der allgemeinwirtschaftlich gedrückten Stimmung zu suchen sein. Über alle Geschäftsfelder der E-Handwerke gesehen werden derzeit noch keine erheblichen Auftragseinbrüche verzeichnet. Der Geschäftsklimaindex ist daher zwar leicht gesunken, weist mit 80 Punkten bei auch sonst überwiegend stabilen Konjunkturindikatoren aber immer noch einen sehr guten Wert auf.

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Das Voranschreiten der Energiewende erweist sich für die Elektrohandwerke als echter Stabilitätsfaktor. Das zeigt die vom 13. bis 28. September durchgeführte Herbstkonjunkturumfrage des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). An der Befragung hatten mehr als 1.500 Innungsbetriebe teilgenommen.

E-Handwerke erweisen sich als robust

Bei noch immer guter Geschäftslage und einer positiven Auftrags- und Umsatzentwicklung in den zurückliegenden sechs Monaten haben sich die sehr guten Werte aus dem Frühjahr zum Herbst hin jedoch leicht abgeschwächt. Neben der Tatsache, dass die Krise im Bau-Bereich – zumindest psychologisch – auf die Stimmung in den Elektro-Handwerken drückt, zeigt sich auch bei Konjunkturindikatoren wie dem Auftragsvorlauf oder der Zahl der offenen Stellen ein leichter Rückgang. ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser warnt jedoch davor, die konjunkturelle Situation jetzt schlecht zu reden: „Wir sehen zwar leichte Eintrübungen, jedoch keine echten Umsatzeinbrüche. Deshalb sollten wir die Situation weiter beobachten, sie aber nicht schlechtreden. Aktuell zeigen sich die E-Handwerke – gemessen an den Rahmenbedingungen im Neubaubereich – aufgrund ihrer starken Diversifizierung eher robust.“

Altbausanierung kompensiert schwächelnden Neubau-Bereich

Diese Resilienz könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass es den E-Handwerken scheinbar gelungen ist, den lahmenden Neubau-Bereich durch geschicktes Umsteuern auf Sanierungsvorhaben in Altbauten zu kompensieren. Diesen Rückschluss lässt zumindest ein Blick auf die Verteilung der Umsatzanteile nach Geschäftssegmenten zu. Nachdem der ZVEH bei der aktuellen Herbstkonjunkturumfrage die Bereiche „Neubau“ und „Altbausanierung“ erstmals getrennt auswies, zeigt sich, dass Altbausanierungen mit 18,5 Prozent gegenüber dem Neubau-Bereich (12,9 %) den größeren Teil am Umsatz ausmachen. Erstaunlich: Nimmt man Neubau-Vorhaben und Altbausanierungen zusammen, ist der Umsatzanteil mit 31,4 Prozent gegenüber dem Frühjahr 2023 sogar gestiegen (30,9 %).

Geschäftsklimaindex mit 80 Punkten weiter hoch

Entsprechend stabil bleibt der Geschäftsklimaindex, der in der aktuellen ZVEH-Umfrage mit 80 Punkten (Frühjahr 2023: 83,6 Punkte) immer noch einen sehr hohen Wert erreicht. Auch empfinden weiterhin 66,4 % der befragten Betriebe die gegenwärtige Geschäftslage als gut – das sind zwar 4,6 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2023 (71 %), aber noch immer 1,9 Prozentpunkte mehr als bei der Befragung im Herbst 2022.

Verhaltener, was die Zukunft betrifft

Deutlich verhaltener nimmt sich die Bewertung der zukünftigen Geschäftslage aus. Hier gehen nur noch 17 % der Betriebe von einer Verbesserung der Situation aus. Im Frühjahr waren es noch 22,7 %. Eine Verschlechterung erwarten indes 23,8 %– gegenüber 13,8 % im Frühjahr dieses Jahres. Grund hierfür könnte – neben dem psychologischen Effekt, den die breit berichtete Krise am Bau beziehungsweise auch die Verschlechterung der gesamtgesellschaftlichen Stimmung hat – sein, dass die in den E-Handwerken traditionell sehr hohen Auftragsbestände erstmals seit langem leicht abgeschmolzen sind.


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