Elektromobilität
Strompreis-Chaos an den Ladesäulen
Die Besitzer von Elektroautos haben nicht nur mit zu geringen Reichweiten der Fahrzeuge zu kämpfen. Wer seinen Stromer laden will, steht jedes mal vor einer Herausforderung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Tankstellenbetreibern scheint man in der Preisgestaltung an den Ladesäulen sehr einfallsreich zu sein.
Eine Fristverlängerung für die Aussetzung des Eichrechts und der Preisangaben-Verordnung wird es nicht geben. Die Betreiber müssen handeln. Nicht nur die Umrüstung scheint problematisch zu werden. Es gibt bisher keine technische Möglichkeit, um eichrechtskonformen Gleichstrom zu messen. So können Anbieter die gestellten Anforderungen ab 01. April 2019 gar nicht erfüllen. Eichrechtskonforme AC-Ladesäulen müssen erst entwickelt werden. Gleichstromlader der alten Generation könnten mit Ausnahmegenehmigungen weiter betrieben werden. Wechselstromanlagen lassen sich hingegen einfacher umrüsten, denn für die gibt es zumindest die Messgeräte.
Um ein Ordnungswidrigkeitsverfahren abzuwenden, wird es voraussichtlich reichen, wenn die Anbieter eine Absichtserklärung und einen Nachrüstplan bei den Eichbörden vorlegen. Eine Klagewelle ist jedoch nicht zu erwarten, sagen Branchenexperten, da die zuständigen Behörden offenbar ein Auge zudrücken werden. Aus dem Bundeswirtschaftsministerium ist ebenfalls zu hören, dass man nicht die bestrafen kann, „die bei der Elektromobilität als Pioniere vorangegangen sind“. Betreiber wie Ionity wollen neue Preismodelle vorlegen, die die Anforderungen an die Preisangaben-Verordnung erfüllen.
Ob mit der kilowattstundengenauen Abrechnung das letzte Wort bei den Preismodellen gesprochen ist, bleibt jedoch fraglich. Die Modelle erinnern an frühere Handyrechnungen. Für ihre Smartphones zahlen die Besitzer heute eine Flatrate.

