Zum Hauptinhalt springen 
Bild: Siemens
Mittelspannungstechnik | Energietechnik/-Anwendungen | Schaltanlagen

+++ News +++ Umweltfreundliche Lösungen für Schaltanlagen

Neue F-Gas-Verordnung der EU-Kommission veröffentlicht

03.05.2022

Anfang April veröffentlichte die Europäische Kommission einen Legislativvorschlag zur Aktualisierung ihrer F-Gas-Verordnung von 2014, um fluorierte Treibhausgase (F-Gase) strenger zu kontrollieren. Eines dieser Gase ist Schwefelhexafluorid (SF6). Siemens begrüßt den Vorschlag der Kommission.

Schwefelhexafluorid wird seit über 35 Jahren in Stromübertragungs- und -verteilungsanlagen für Schaltvorgänge verwendet. Es ist jedoch das stärkste Treibhausgas mit einem 25.200-fach höheren Erwärmungspotential als Kohlendioxid und einer Verweildauer in der Atmosphäre von bis zu 3200 Jahren.

Clean Air kombiniert mit Vakuumschaltröhrentechnik

Siemens hat schon F-Gas-freie Alternativen entwickelt, die Clean Air (Gase natürlichen Ursprungs) für gasisolierte Schaltanlagen verwenden. Mit bewährter Vakuumschalttech-nik kann SF6 als Isoliergas durch eine Gasmischung ersetzt werden, die auf fluorierte Gase verzichtet und schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit vermeidet.

Zuverlässige Mittelspannungsschaltanlagen erfordern keine F-Gase

Unter der Marke „blue GIS“ bietet der Konzern umwelt- und klimafreundliche gasisolierte Schaltanlagen (GIS), bei denen SF6 vollständig durch ein Isoliergas mit Gasen natürlichen Ursprungs (Clean Air) ersetzt wird. Clean Air besteht aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft und ist daher nicht nur frei von F-Gasen, sondern auch unbedenklich, äußerst stabil, ungiftig, nicht brennbar und für alle Betriebstemperaturen geeignet. Es hat ein globales Treibhauspotential (GWP) von unter 1 und kann am Ende seiner Lebensdauer in die Atmosphäre entlassen werden. Der ökologische Fußabdruck von „blue GIS“-Produkten ist geringer als der vergleichbarer konventioneller Produkte. Diese neuen GIS-Designs erfüllen die hohen Erwartungen öffentlicher und privater Netzbetreiber an moderne gasisolierte Schaltanlagen, wie sie bisher mit der SF6-Technologie erfüllt wurden. Dies gilt insbesondere für Funktionalität, Personensicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz, Langlebigkeit, Wartungsfreiheit, kompakte Größe, Wiederverwertbarkeit und Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Laut dem Entwurf der F-Gas-Verordnung entfallen beim Einsatz der „blue GIS“-Produkte die Schulungs- und Meldepflichten. 

Mehrere Tausend Schalteinheiten bereits im Einsatz

Das „blue“-Portfolio umfasst bereits F-Gas-freie Lösungen für die Spannungsebenen 12 kV und 24 kV. Siemens hat Lösungen für gasisolierte 12-kV-Systeme in Betrieb, sowohl auf der Primär- als auch auf der Sekundärebene, und auch die ersten 24-kV-Lösungen sind schon im Einsatz und 40,5-kV-Versionen werden entsprechend eingeführt. Insgesamt sind mehrere tausend Schalteinheiten im Einsatz. Das Portfolio ermöglicht es, bestehende Stromnetze auf höchstem Sicherheitsniveau zu modernisieren und auszubauen und gleichzeitig den ökologischen Fußabdruck deutlich zu reduzieren, ohne dabei Kompromisse bei der Leistung und Wirtschaftlichkeit eingehen zu müssen. Da die ersten im Betrieb befindlichen SF6-Schaltanlagen bald das Ende ihrer Lebensdauer erreichen, wird der Konzern seine Kunden bei Außerbetriebnahme und Austausch sowie mit einem bewährten Entsorgungsprozess und dazugehörigen Dienstleistungen unterstützen. Nach Angaben der EU-Kommission machen F-Gase auf EU-Ebene derzeit 2,5 % der gesamten Treibhausgasemissionen aus. Der verschärfte F-Gas-Vorschlag soll bis 2030 das Äquivalent von 40 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen – über die erwartete Reduzierung im Rahmen der derzeitigen Rechtsvorschriften hinaus. So sollen bis 2050 insgesamt zusätzliche Einsparungen in Höhe von 310 Millionen Tonnen CO2 erzielt werden.