Aus dem Facharchiv: Elektropraxis
Messungen an mehreren Multifunktionsdruckern (3)
Beim Betrieb von Multifunktionsdruckern interessieren – außer der Leistungsfähigkeit des Geräts – vor allem zwei Punkte: Der Energieverbrauch und das Verhalten im Netz, also Störungen, die möglicherweise von dem Gerät ausgehen, und die Empfindlichkeit des Geräts gegen Unregelmäßigkeiten im Stromnetz.
Dem soll in dieser Beitragsreihe am Beispiel dreier Geräte-Generationen desselben Herstellers nachgegangen werden, wobei die Reihe mit diesem Teil endet.
Auch dieses Gerät weist im Wesentlichen die gleichen Leistungsmerkmale – wenn nicht sogar „Features“ – auf wie der Vorgänger. Auffällig ist die recht gute Zuverlässigkeit; der gefürchtete Papierstau tritt kaum auf – anders als man dies gewohnt ist. Der Kundendienst muss selten anrücken. Bemerkenswert ist auch die große Kapazität für Papier. Dies alles zusammen unterstreicht die Eignung für große Auflagen wie das weitgehend automatische Drucken von Seminar-Unterlagen.
Messung vom 13. 06. 2019 am Bizhub C458
Die nachfolgenden Messungen fanden jedoch an einem anderen Aufstellort in einem anderen Büro statt, gespeist aus einem anderen Mittelspannungsnetz und einem anderen (größeren) Verteiltransformator (Einzelheiten leider nicht bekannt). In zwei Fällen wurde der „Hardware-Netzschalter“ versuchsweise (für die Messungen) betätigt (um 9:44 h und um 9:58 h).
Weitere Eigenschaften des gewählten Messgeräts
Was bei der PQ-Box nicht möglich ist, ist die Konfiguration über die Tastatur und den Bildschirm auf dem Gerät ohne einen angeschlossenen PC oder das Smartphone. Die Einstellungen sind zu komplex und die Optionen zu umfangreich. Wohl ließe sich die Box im Vorhinein programmieren und starten (oder eine zeitgesteuerte Aufnahme einstellen) und dann ohne PC am Einsatzort anschließen. Standard ist, dass die Box über den eingebauten Akkumulator (≈ 6 h lang) weiterläuft, während eine Aufzeichnung aktiviert ist. Läuft keine Aufzeichnung, stellt die PQ-Box nach etwa 10 s den Betrieb ein, wenn man das Steckernetzteil aus der Steckdose zieht.
Die Box lässt sich aber auch so einstellen, dass sie auf jeden Fall (nur für die Anzeige) weiterläuft. Dies muss nur jedes Mal vorher am Gerät selbst erfolgen, ehe man den Netzstecker zieht. Mittels eines Weitbereichs-Netzteils und eines speziellen Adapters ist neuerdings auch die Versorgung über die Messleitungen des Spannungspfads möglich! Zu beachten ist dabei jedoch, die Versorgungsspannung vor den Stromzangen bzw. Rogowski-Spulen abzugreifen, um den Eigenverbrauch des Messgerätes (≈ 5 W/15 VA) nicht mit zu messen. Je größer die Anschlussleistung der gemessenen Anlage, desto weniger relevant ist dieser geringfügige Einfluss. Im vorliegenden Fall jedoch wäre es (zu den Schwachlastzeiten) schon zu einer erheblichen Verfälschung der Ergebnisse gekommen.
Allgemein üblich ist es auch, die Bildschirmbilder eines Netzanalysators – bzw. diejenigen, die dieser auf dem angeschlossenen PC liefert – zu kopieren und in Fachberichten abzudrucken.
Leider weist die Software auch der PQ-Boxen, wie fast immer, den Nachteil auf, dass die Achsenbeschriftungen (hierfür – vgl. die Bilder 11 und 20 im vorherigen Teil 2 im ep 03-2021) zu klein sind und unlesbar werden, wenn die Bilder deutlich kleiner abgedruckt werden, als sie auf dem Bildschirm dargestellt werden (wo sie ausreichend groß erscheinen). Der sagenhafte „Impedograph“ aus Südafrika sollte einmal einstellbare Schriftgrößen an den Achsen bekommen. Leider ist inzwischen das ganze Gerät nicht mehr zu finden. Der Hersteller bietet Nachfolge-Produkte an [8], und die seit Jahren geplante Verkaufsniederlassung in Deutschland gibt es immerhin inzwischen. Genauere Informationen waren aber nicht zu bekommen.
Die Linienfarben der Diagramme sind bei den PQ-Boxen zwar einstellbar, aber die Zuordnung ist ein wenig knifflig, und die Einstellungen lassen sich nicht ohne Weiteres auf einen anderen Rechner übertragen. Dagegen lassen sich für die Auswahl der zu exportierenden Parameter ebenso wie der gewählten Netzform und für viele andere Einstellungen mühelos Vorlagen speichern (und sichern). Im vorliegenden Fall wurde natürlich, der Aufgabe entsprechend, die Netzform „TN-S, 50 Hz, einphasig (3 Leiter)“ gewählt.
Bei anderen Analysatoren muss man sich zum Teil vorher entscheiden, welche Parameter man speichern möchte und welche nicht. Die PQ-Box 200 speichert intern auf der SD-Karte immer alles – und das sind mehr als 3 800 Parameter!
Autor: S. Fassbinder
Literatur
[1] ht-instruments.de/produkte/netzanalyse/pqa-824
[2] Fassbinder, S.: Oberschwingungen. Analyse und Auswirkungen. epThema. Berlin, Huss Medien 2014. shop.elektropraktiker.de/item/Oberschwingungen.html
[3] DIN VDE 0100-520 Beiblatt 3 (VDE 0100-520 Beiblatt 3): Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel Kabel- und Leitungsanlagen Beiblatt 3: Strombelastbarkeit von Kabeln und Leitungen in 3-phasigen Verteilungsstromkreisen bei Lastströmen mit Oberschwingungsanteilen, Anhang A.4, Tabelle A.2.
[4] www.a-eberle.de/de/produktgruppen/pq-mobil/komponenten/pq-box-200
[5] www.a-eberle.de/sites/default/files/docs/PQMobil_FeatureMatrix_2020_de.pdf
[6] Beispielsweise DIN EN 61000-2-2 (VDE 0839-2-2):2020-05 Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) Teil 2-2: Umgebungsbedingungen Verträglichkeitspegel für niederfrequente leitungsgeführte Störgrößen und Signalübertragung in öffentlichen Niederspannungsnetzen.
[7] DIN VDE 0100-520 (VDE 0100-520):2013-06 Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 5-52: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel Kabel- und Leitungsanlagen, Anhang G.
[8] www.ctlab.com/products
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