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Bild: Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg
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Elektrohandwerk

Fachkräfte gewinnen – Digitalisierung voranbringen

04.07.2024

Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 3. Juli in Leinfelden-Echterdingen konzentriert sich das baden-württembergische Elektrohandwerk besonders auf die Gewinnung von Fachkräften und die Digitalisierung.

Fachverbands-Präsident Thomas Bürkle betont die allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen und verweist auf die vergleichsweise gute Auftragslage im E-Handwerk. Besonders der anhaltende Fachkräftebedarf bleibt ein zentrales Anliegen. „Trotz angespannter gesamtwirtschaftlicher Situation ist in Baden-Württemberg die Auftragslage im E-Handwerk noch recht ordentlich, vor allem, weil viele Gebäude für die Energiewende auf den aktuellen technischen Stand gebracht werden“, so Fachverbands-Präsident Thomas Bürkle. „Der hohe Fachkräftebedarf stellt aber weiterhin eine große Herausforderung dar. Zwei Drittel unserer Betriebe haben laut der aktuellen Konjunkturumfrage offene Stellen.“

Trotz umfangreicher Nachwuchswerbemaßnahmen wie E-Zubis.de und verbesserten Möglichkeiten zur Fachkräfteeinwanderung sind aufgrund des demografischen Wandels weitere Maßnahmen zur Stärkung der Fachkräftesituation erforderlich. Das speziell von den E-Handwerken entwickelte Teilqualifizierungs-Konzept (TQ) und die Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen sind dabei von besonderer Bedeutung. Diese Angebote richten sich an über 25-Jährige, für die eine klassische Ausbildung oder Umschulung nicht mehr die beste Lösung darstellt. Zielgruppen sind unter anderem An- und Ungelernte mit Berufserfahrung, Spurwechsler von anderen Berufsausbildungen oder Studiengängen sowie Migranten mit Sprachniveau B2. Die Bundesagentur für Arbeit bietet eine umfangreiche Förderung für die TQs, die insgesamt 100 % der Ausbildungsinhalte abdecken. Ein anerkannter Ausbildungsabschluss kann nur durch eine bestandene Externen-Prüfung erreicht werden.

Maßnahmen zur Deckung des Fachkräftebedarfs

Ein weiterer Themenblock der Mitgliederversammlung dreht sich um die Digitalisierung von Prozessen. Besonders an der Schnittstelle zu den Netzbetreibern ist dies dringend erforderlich, so Bürkle im Vorfeld der Veranstaltung. Wünschenswert wäre die Einführung eines einheitlichen Online-Meldeportals für Netzanschlüsse, das von allen Netzbetreibern gleichermaßen bereitgestellt wird. Intern können die E-Handwerksbetriebe durch digitale Prozesse von der Auftragsannahme über elektronische Rechnungen bis zur Kundennachbetreuung Zeit und Ressourcen einsparen. Passend dazu veranstaltet der Fachverband am 23. Oktober 2024 in Ladenburg bei Mannheim den 3. Software- und Digitalisierungstag. Das Thema künstliche Intelligenz wird in einer separaten Veranstaltung behandelt. Beim dritten „KI-Workshop“ in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Smart Services werden praktikable, digitale Lösungen wie Apps, Chatbots und KI-Sprachassistenten vorgestellt, die den E-Handwerksbetrieben helfen sollen, ihre nicht verrechenbaren Arbeitszeiten zu reduzieren. Der Veranstaltungstermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Zwei externe Referenten bereichern die Mitgliederversammlung: Peter Haas, Hauptgeschäftsführer von Handwerk BW, mit einem Impulsvortrag zum Thema „Zwischen Stimmungskanone und Miesepeter – in welcher Rolle sind wir erfolgreich?“ und Ludwig Klatzka, Geschäftsführer der Mixed Data Agency, der über „Digitalisierung im E-Handwerk“ referiert und das weiterentwickelte Projekt „electrify“ der Mixed Data Agency (mda) vorstellt.