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Elektrotechnik | Installationstechnik | Kabel und Leitungen | Dosen und Klemmen

Aus dem Facharchiv: Leseranfrage

Drei Leiter in einer Klemme

16.01.2024

Sind drei N-Leiter an einem Fehlerstromschutzschalter als Mangel zu betrachten?

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Frage:
Wir haben bei einer Überprüfung einer Elektroverteilung an einem Fehlerstromschutzschalter drei N-Leiter mit je 1,5 mm2 (eindrähtig, ohne Kabelschuhe oder Endhülsen) an der N-Abgangsklemme vorgefunden. Aus meiner Sicht ist dies ein Mangel. Auch verstößt solch ein umgesetzter Anschluss gegen unsere innerbetrieblichen Vorgaben. Laut technischem Datenblatt des Herstellers sei ein Anschluss von drei Leitern erlaubt und wie folgt vorgesehen: Anschlussquerschnitt starre Leiter ≤ 1 × 35 mm2; ≤ 2 × 16 mm2; ≤ 1 × 16 mm2 + 2 × 10 mm2; Anschlussquerschnitt flexible Leiter ≤ 1 × 25 mm2; ≤ 1 × 16 mm2 + 1 × 10 mm2; ≤ 3 × 6 mm2. Auf Nachfrage beim Hersteller des RCD habe ich folgende Antwort erhalten: „[…] Das Datenblatt ist korrekt. Unabhängig von der Anzahl der angeschlossenen Leiter, ist sicherzustellen, dass die Leiter ordnungsgemäß in der Klemme sitzen und die Klemme mit dem entsprechenden Drehmoment angezogen wurde […].“ Gibt es hier eine Norm oder Vorschrift, die die Anzahl der Adern in einer Klemme begrenzt?

Antwort:
Anforderungen für sogenannte „Fehlerstrom-/Differenzstrom-Schutzschalter ohne eingebauten Überstromschutz“ werden in DIN EN 61008-1 (VDE 0664-10) [1] beschrieben. Der verantwortungsvolle Hersteller wird sich an diese Vorgaben halten und durch ein CE-Kennzeichen auf seinem Produkt die Übereinstimmung mit allen Sicherheitsbestimmungen der europäischen Richtlinien (vor allem die „Niederspannungsrichtlinie“ und die „Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)“) erklären.

Die Montagebedingungen, die einen sicheren Betrieb ermöglichen, muss der Hersteller außerdem in einer entsprechenden Produktdokumentation beschreiben. Bei verbleibenden Unstimmigkeiten kann der Planer, Errichter oder Prüfer den Hersteller ansprechen und um weitere Informationen bitten. Wichtig ist aber, dass nur schriftliche Auskünfte verbindlich sind.

Die Herstellerangaben im erwähnten Datenblatt zum fraglichen Fehlerstrom-Schutzschalter bezüglich der Leiterquerschnitte sollen natürlich nicht die Möglichkeit einschränken, auch kleinere Querschnitte anzuschließen.

Offenbar handelt es sich um einen Fehlerstrom-Schutzschalter eines bekannten Herstellers, dessen Datenblatt mir vorliegt und dessen Bemessungsstrom mit 40 A angegeben wird. Der kleinste Querschnitt, der im Datenblatt für starre Leiter angegeben wird, wäre 10 mm2. Bei einem maximalen Betriebsstrom von 40 A wäre ein Querschnitt von 10 mm2 allerdings schon mehr als ausreichend.


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