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Künstliche Intelligenz

Praxistest für KI: Was Unternehmen 2026 lernen müssen

30.12.2025

2026 wird das Jahr der Weichenstellung für KI im Unternehmen. Nun muss sich zeigen, welche KI-Anwendungen den Sprung in den Dauerbetrieb schaffen – und was im Testmodus stecken bleibt.

Die Frage wird sein, ob die Anwendungen im Alltag echten Mehrwert liefern, Teams entlasten und Entscheidungen verbessern – oder ob sie eine Spielerei bleiben. Die KI und Data Science Experten von Knime zeigen fünf Faktoren auf, die Unternehmen beachten sollten, um KI zuverlässig und mit erkennbarem Nutzen einzusetzen.

1. Beeindrucken reicht nicht mehr aus – KI muss liefern
Der Experimentiermodus ist vorbei. 2026 geht es nicht mehr darum, wer die beeindruckendsten Modelle vorführt, sondern wer mittels KI einen echten geschäftlichen Mehrwert bewirkt. Der ROI von KI ist selten ein simples Umsatzdiagramm. Einige der wertvollsten Projekte generieren keinen direkten monetären Gewinn. Ihr Mehrwert ist eher indirekt: sie verkürzen Entwicklungszyklen, erhöhen Qualität, entschärfen Risiken oder ermöglichen Innovation, die ohne KI nie möglich gewesen wäre. Doch werdafür sorgt, dass die Basis stimmt – also saubere und nachvollziehbare Daten für die KI liefert – schafft die Grundlage dafür, dass KI in Unternehmen zuverlässig wirkt und wertstiftend ihr Potential entfaltet.

2. Neben Leistung entschiedet das Vertrauen in KI
KI kann noch so clever sein, doch ohne Vertrauen scheitert sie. Mit dem vollständigen Inkrafttreten des EU AI Acts 2026 wird es für Unternehmen zur Pflicht, Entscheidungen von KI nachvollziehbar zu machen, Risiken zu managen und alle Schritte zu dokumentieren. Unternehmen müssen verstehen, warum ein KI-Modell zu einem Ergebnis kommt, und im Zweifel jederzeit erklären können, wie es zu dieser Entscheidung gelangt ist. Damit das gelingt, hilft ihnen ein klarer Überblick über die Daten: Welche Informationen fließen ein? Wie werden sie verarbeitet, bereinigt und versioniert? Visuelle Workflows helfen, diese Schritte nachvollziehbar zu machen und Compliance in ein praktisches Werkzeug zu verwandeln, das KI sicher, zuverlässig und verantwortungsvoll einsetzt.

3. KI und Fachexperten müssen Hand in Hand arbeiten
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Mitarbeiter im Unternehmen gezielt geschult werden müssen – nicht nur Datenprofis, sondern auch die Fachbereiche. Teams sollten lernen, KI sinnvoll einzusetzen, repetitive Aufgaben zu automatisieren und die Ergebnisse kritisch zu prüfen. Transparente Tools und Low-/No-Code-Plattformen machen Datenpipelines und Workflows nicht nur nachvollziehbar, sondern halten auch den Menschen im Kontrollprozess. Denn die menschliche Expertise bleibt ein zentraler Bestandteil automatisierter Prozesse: Sie überprüft Entscheidungen, steuert KI verantwortungsvoll und interpretiert Ergebnisse im Kontext, erkennt Zusammenhänge, die Algorithmen entgehen, und stellt sicher, dass Automatisierung ethisch korrekt eingesetzt wird.

Gleichzeitig werden so Ressourcen frei: Fachkräfte können sich auf Entscheidungen und ihr Expertenwissen konzentrieren, statt Routineaufgaben zu erledigen. Gleichzeitig steigen die Sicherheit und Qualität der KI-Anwendungen, da Fehler und Bias früh erkannt werden. Auf diese Weise wird KI zu einem verlässlichen Werkzeug, das Prozesse entlastet, Innovationen vorantreibt und im Arbeitsalltag echten Nutzen liefert.

4. Digitale Souveränität eröffnet Vorteile
Unternehmen erkennen zunehmend, dass digitale Souveränität mehr ist als ein technisches Detail. Unternehmen, die verstehen, wo und wie ihre Daten verarbeitet, gespeichert und genutzt werden, behalten die Kontrolle über ihre KI-Projekte und können damit Risiken wie Datenverlust, unbemerkte Verzerrungen, Sicherheitslücken oder regulatorische Verstöße reduzieren. Für Data Analytics und KI können Open-Source-Plattformen hilfreich sein, die Abhängigkeiten von externen Anbietern zu verringern. Gleichzeitig schaffen sie die Flexibilität, neue Technologien und Datenquellen sicher zu integrieren. So lassen sich Datenhoheit, Vertrauen und Innovationsfähigkeit systematisch sichern.

5. Integration bringt KI zum greifbaren Nutzen
Während 2023–2025 der Hype um generative KI (Texte, Bilder, Code) dominierte, geht es 2026 um echte Integration in den Unternehmensalltag. Generative Modelle werden nicht mehr isoliert eingesetzt, sondern fest in Workflows, Datenpipelines und Tools eingebettet. Damit entstehen nicht nur Effizienzgewinne – wie automatisierte Reportings, Code-Generierung, Datenaufbereitung oder intelligente Entscheidungsunterstützung –, sondern echte Veränderung in den Prozessen. Teams arbeiten schneller, Entscheidungen werden fundierter, Innovationen lassen sich sicherer testen und umsetzen.

„2026 wird das Jahr, in dem KI beweisen muss, dass sie im Arbeitsalltag wirklich nützlich ist. Unternehmen stehen zwischen technologischem Fortschritt, regulatorischen Anforderungen und der Notwendigkeit, echten Mehrwert zu liefern“, erklärt Christian Birkhold, VP Product bei Knime. „Entscheidend wird sein, den richtigen Mix aus Innovation, Kontrolle und praktischer Wertschöpfung zu finden.“