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Energietechnik/-Anwendungen

Care-Energy

Der Kunde ist immer der Dumme

04.07.2016

Stromanbieter Care-Energy und Netzbetreiber 50Hertz streiten sich. Es geht um viel Geld. Leidtragende sind 70.000 Stromkunden.

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Ob der nette Technikonkel weiß, wo sein Gesicht vermarktet wird?

Wie reagieren die Medien?

Bereits am 6. Juni 2016 sendete das Wirtschaftsmagazin WISO (ZDF) einen Beitrag über das Geschäftsgebaren von Care-Energy (ZDF-Mediathek hier klicken).

Finanzportale, Umwelt- und Verbraucherwebsites sowie lokale Zeitungen berichteten Anfang Juli ausführlich über die Zwangslage der Care-Energy-Kunden. Bundesweite Medien hielten sich weitgehend zurück.

Die Care-Energy Holding GmbH ging ihrerseits frühzeitig in die Offensive. In den vergangenen Monaten erstellte sie eine große Anzahl von Pressemitteilungen. Auf der Website presseportal.de stehen sie im Newsroom von Care-Energy zur Verfügung.

Parallel dazu schaltete der Stromanbieter eine nicht unerhebliche Zahl dieser Pressemitteilungen im Berliner Tagesspiegel als Advertorials, d.h., als bezahlte Werbung. Google listet für den Tagesspiegel eine lange Advertorials-Reihe auf:


Zum Vergrößern hier klicken

Advertorials sind ein bekanntes Werbemittel. Für den Werbekunden ist das Advertorial der einfachste Weg, um eigene Informationen oder Meinungen in einem Massenmedium zu platzieren. Für Werbeträger wie den Tagesspiegel bilden Advertorials eine Einnahmequelle, insbesondere, wenn sie in so hoher Frequenz geschaltet werden wie von Care-Energy. Laut Mediadaten kostet ein Advertorial im gedruckten Tagesspiegel bis zu 34.848 Euro.

Einen redaktionellen Beitrag über die Care-Energy AG findet man auf tagesspiegel.de nicht.

Déjà-vu – da war doch was?

Mancher Stromkunde wird sich nach dem Care-Energy-Vorfall an Flexstrom erinnern. Unter den Markennamen Flexstrom, Flexgas, Ökoflex, Löwenzahn und Optimalgrün verkaufte das Unternehmen Billigstrom und -gas. Das Geschäftsmodell ging nicht auf, Flexstrom meldete am 25. April 2013 Insolvenz an.

Bis heute warten 835.000 Strom- und Gaskunden auf Rückerstattung der vorab bezahlten Abschläge in einem Gesamtwert von 511 Millionen Euro. Der Insolvenzverwalter will sich bis 2018 einen Überblick über die verfügbare Masse verschaffen. Erst danach steht fest, wie viel Geld die Kunden erhalten – oder ob die Masse nur für die vorrangigen Großgläubiger reicht.

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Autor
Name: Jürgen Winkler