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Strompreisentwicklung

Ausblick auf die Energiepreise für 2024

15.02.2024

Energiekosten für Industrie und Gewerbe in Deutschland sind 2024 noch höher als erwartet, verkündet EDF Renewables Deutschland. Bundesweit sei nun mit einem Anstieg der Netzentgelte für die Stromübertragung und -verteilung um 30 % zu rechnen.

Die Vorhersage der Netzentgelte für das Jahr 2024 verursachte bei den Unternehmen anfängliche Besorgnis. Da diese ungefähr 20 % der gesamten Stromkosten ausmachen, hätte der angenommene Preisanstieg von 12 % auf Basis der vorläufig veröffentlichten Netzentgelte bereits eine spürbare Auswirkung gehabt. Zusätzlich entfällt der Bundeszuschuss von 5,5 Mrd. Euro zu den Übertragungsnetzentgelten im Zuge der Verabschiedung des Haushaltsfinanzierungsgesetzes. Dadurch werden die Übertragungsnetzentgelte im Jahr 2024 im Durchschnitt 6,43 Cent pro kWh betragen, was einer Verdoppelung im Vergleich zu 3,12 Cent pro kWh im Vorjahr entspricht.

Wegfall des finanziellen Zuschusses nur ein Grund von vielen

Bundesweit ist nun ein Anstieg der Netzentgelte für die Stromübertragung und -verteilung um 30 % zu erwarten. Während der durchschnittliche Leistungspreis im Jahr 2023 deutschlandweit bei 133 Euro/kW lag, liegt er nun bei etwa 173 Euro/kW. Die größten Anstiege werden in Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verzeichnet, mit Leistungspreiserhöhungen von über 40 %. Beispielsweise hebt die Getec net GmbH ihre Preise von durchschnittlich 143,43 Euro/kW auf 228,77 Euro/kW an, was einem Anstieg von rund 60 % entspricht. Die TEN Thüringer Energienetze GmbH & Co. KG folgt mit einer Erhöhung um 50 %, von 139,76 Euro/kW auf 209,12 Euro/kW. Die EGT Energie GmbH steigert ihre Preise um etwa 30 %, von 175,71 Euro/kW auf 229,39 Euro/kW. Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bleiben die Preisanpassungen knapp unter der Grenze von 10 %.

Die Preiserhöhung hat verschiedene Ursachen. Eine davon ist der Beginn der nächsten Regulierungsperiode für Stromnetzbetreiber (2024 bis 2028) und die damit einhergehende Verlagerung des Basisjahres von 2016 auf 2021. Dadurch werden die Preiserhöhungen, die in diesem fünfjährigen Zeitraum aufgetreten sind, erstmals in den Netzentgelten berücksichtigt. Der Anstieg wird auch durch den Netzausbau verstärkt, der aufgrund der zunehmenden Dezentralisierung der Energieversorgung erforderlich ist. Die Übertragungsnetzbetreiber führen außerdem die erhöhten Strombeschaffungskosten als einen weiteren Grund an. Auch die gestiegenen Betriebskosten der Netzbetreiber selbst spiegeln sich in den Preisen wider. Schließlich hinterließ der Wegfall des Bundeszuschusses zu den Übertragungsnetzentgelten eine deutliche finanzielle Lücke, die von den vier Übertragungsnetzbetreibern gefüllt werden musste.

Batteriespeicher sind Schlüsseltechnologie einer erfolgreichen Energiewende

Die energiepolitischen Maßnahmen haben Diskussionen darüber ausgelöst, auch die Verteilnetzentgelte zu subventionieren, um dem kontinuierlichen Preisanstieg entgegenzuwirken. Angesichts des jüngsten Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum Nachtragshaushalt 2021 erscheint die Möglichkeit einer solchen Unterstützungsmaßnahme jedoch begrenzt. Mit dem Rückzug der teilweisen Finanzierung der Übertragungsnetzkosten rückt eine finanzielle Hilfe ebenfalls in weite Ferne. Das im November 2023 beschlossene "Strompreispaket" verspricht weiterhin eine Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe für die Jahre 2024/2025 auf ein europäisches Mindestmaß von 0,05 ct/kWh (im Vergleich zum bisherigen reduzierten Satz von 1,54 ct/kWh). Die Strompreiskompensation, die die Kosten des Erwerbs von CO2-Zertifikaten für im internationalen Wettbewerb stehende Industrieunternehmen ausgleicht, wird für fünf Jahre verlängert. Aufgrund der letzten Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes soll zukünftig eine große Beschlusskammer, die bei der Bundesnetzagentur eingerichtet wird, die Festlegungen zu Bedingungen und Methoden der Netzentgeltermittlung treffen.

Unternehmen, die von den steigenden Energiekosten betroffen sind, können diese Herausforderung durch die Implementierung eines Lastmanagementsystems mit Batteriespeichern und anderen Maßnahmen bewältigen. Ein Energiemanagementsystem (EMS) überwacht kontinuierlich den Stromverbrauch des Industrieunternehmens, um rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, wenn Spitzenlasten auftreten. Wenn das EMS eine Lastspitze erkennt, wird Strom aus den Batteriespeichern in das Netz des Unternehmens eingespeist. Dadurch können Unternehmen, die registrierende Leistungsmessungen (RLM) verwenden, erhebliche Kosteneinsparungen erzielen. Selbst Unternehmen, die bereits aktives Lastmanagement betreiben, profitieren von reduzierten Energiekosten, da Netzbetreiber effizientes Lastmanagement durch niedrigere Netzentgelte honorieren.

Gleichzeitig tragen Industrieunternehmen wesentlich zur Umsetzung der Energiewende bei, indem Batteriespeicher das Stromnetz entlasten und die Netzstabilität verbessern. Sie gleichen die Unterschiede zwischen Stromerzeugung und -verbrauch aus.


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