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Leseranfrage
Schutzleiteranschluss bei Schutzklasse-II-Betriebsmitteln

Was gilt es bei Schutzklasse-II-Geräten bezüglich des Anschlusses eines Schutzleiters zu beachten?

Kabel

(Foto: Foto-Ruhrgebiet/stock.adobe.com)

Frage: Beim Anschließen einer Schaltzentrale, bestehend aus Basismodul und Erweiterungsmodul, für Fußbodenheizungen stellte ich fest, dass es an den Abgängen zum 230-V-Raumtemperaturregler keine Möglichkeit gibt, den Schutzleiter anzuschließen. Sowohl beim Basismodul, dem Erweiterungsmodul als auch beim Peripheriegerät handelt es sich um Betriebsmittel der Schutzklasse II. In der dazugehörigen Dokumentation heißt es: Der PE-Leiter sei zu kürzen oder umzubiegen. Ich denke, dass diese Verfahrensweise nicht zulässig ist und der PE-Leiter zwingend angeschlossen werden muss. Wie denken Sie darüber?

Antwort: Zur Anfrage des Lesers gilt, dass hierfür grundsätzliche Dinge bezüglich des Schutzes gegen elektrischen Schlag betrachtet werden müssen. Ausgehend davon, dass es sich bei dem vom Anfragenden verwendeten Basismodul und dem Erweiterungsmodul, einschließlich der Peripheriegeräte um Betriebsmittel der Schutzklasse II (Betriebsmittel mit doppelter oder verstärkter Isolierung) handelt, gilt, dass nach DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) [1] ein Schutzleiter an solchen Betriebsmitteln nicht angeschlossen werden darf. Im Abschnitt 412.2.2.4 von DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) [1] ist hierzu folgendes festgelegt: „Leitfähige Teile innerhalb der isolierenden Umhüllung dürfen nicht an einen Schutzleiter angeschlossen sein. Dies schließt jedoch nicht aus, dass Anschlussmöglichkeiten für Schutzleiter vorgesehen sind [...]“.

Ungeachtet dessen, muss die Forderung von Abschnitt 412.2.3.2 DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) [1] mit beachtet werden, die wie folgt lautet: „Für einen Stromkreis, der Betriebsmittel der Schutzklasse II versorgt, muss ein Schutzleiter in der gesamten Leitungsanlage durchgehend leitend mitgeführt und in jedem Installationsgerät an eine Klemme angeschlossen werden [...]“.

Da jedoch zur Zeit noch nicht in allen Betriebsmittelnormen diese isoliert angebrachte Schutzleiteranschlussstelle für Betriebsmittel der Schutzklasse II gefordert wird, muss der Schutzleiter an der Einführung in das Basisgerät sorgfältig isoliert werden oder auf eine isoliert angebrachte Klemme geführt werden, um eine Kontaktierung mit leitfähigen Teilen zu verhindern.

An der „Versorgungsseite“ muss dieser Schutzleiter jedoch an eine geerdete Schutzleiterklemme angeschlossen werden. Außerdem muss auch die Abschaltbedingung für diesen Stromkreis erfüllt werden können, wenn z. B. an dieses Kabel/an diese Leitung einmal ein Betriebsmittel der Schutzklasse I angeschlossen werden sollte.

Ein Abzwicken des Schutzleiters – so wie in der Dokumentation beschrieben – wäre nicht erlaubt. Vermutlich handelt es sich noch um eine Dokumentation, die vor 2007 erstellt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Mitführen eines Schutzleiters in den Kabeln/Leitungen zu Betriebsmitteln der Schutzklasse II noch nicht gefordert.

Formal muss demnach, unter Beachtung von Abschnitt 412.2.3.2 DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410) [1], auch zu den Peripheriegeräten – auch wenn sie der Schutzklasse II entsprechen – in den Kabel/Leitungen ein Schutzleiter mitgeführt werden und an den Enden isoliert werden.

Literatur:

[1] DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410):2007-06 Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 4-41: Schutzmaßnahmen – Schutz gegen elektrischen Schlag.

Autor: W. Hörmann

Dieser Artikel ist in unserem Facharchiv nachzulesen.

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